• 20.04.2012, 12:05:47
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Bayr: Der ewige Kampf um Verhütungsmittel

Zugang zu Verhütungsmitteln ist ein grundlegendes Frauenrecht - weltweit!

Wien (OTS/SK) - Das Parlament in Honduras steht vor einer
schwerwiegenden Entscheidung. In den kommenden Tagen soll darüber
abgestimmt werden, ob die "Pille danach" kriminalisiert werden wird.
Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Teenager mit Gefängnisstrafen zu
rechnen haben, wenn sie Gebrauch von der Notfallverhütung machen,
selbst dann, wenn sie vergewaltigt wurden. "Dieser Gesetzesvorschlag
bricht mit allen Frauenrechten und kriminalisiert Frauen grundlos",
ist Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung,
verärgert. "Dieses Gesetz würde zu einer mehrfachen Missachtung der
Frauenrechte beitragen: Wird ein Mädchen oder eine Frau vergewaltigt,
befindet sie sich nach der ersten Verletzung ihres Rechts auf
körperliche Integrität in einer Krisensituation und sollte jede
erdenkliche Unterstützung bekommen, statt weiteren Ängsten ausgesetzt
zu werden und erneut eine Verletzung ihres Rechts auf
Selbstbestimmung zu erfahren", führt Bayr am Freitag gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst aus. ****

Der Gesetzesvorschlag sieht über die Kriminalisierung der
Anwenderinnen auch jene der Ärztinnen und Ärzte vor, welche die
"Pille danach" ausgeben. "Honduras ist leider nicht das einzige Land,
das die Pille danach verbietet, aber mit diesem Gesetz wäre es das
einzige Land, das Gefängnisstrafen androht. Der niederschwellige
Zugang zu Notfallverhütung ist für Frauen enorm wichtig", so Bayr.

Der Kampf um einfachen und leistbaren Zugang zu Verhütungsmitteln
wird in vielen Ländern der Welt geführt. Wie liberal und
niederschwellig dieser ist, kann als guter Indikator gesehen werden,
auf welchem Stand sich die Frauenrechte in den einzelnen Staaten
befinden. "Gerade tobt auch in den USA eine heiße Debatte um den
Zugang und die Finanzierung von Verhütungsmitteln. US-Präsident Obama
setzt sich dafür ein, dass Versicherungen auch Familienplanung, also
Verhütungsmittel inklusive der "Pille danach", decken sollen. Leider
läuft die Konservative, mit Rückendeckung der katholischen
US-Bischöfe, gegen diesen Vorschlag Sturm und sieht das Recht der
Gewissensfreiheit verletzt. "Ich verurteile diesen Zugang auf das
Schärfste. Jede Frau hat das Recht auf selbstbestimmte
Familienplanung und nur durch Abstinenz, wie es die katholische
Kirche vorsieht, zu verhüten, ist eine Zumutung und illusorisch",
führt Bayr aus.

Laut Angaben von UNFPA, dem Weltbevölkerungsfonds der Vereinten
Nationen, haben weltweit 215 Millionen Frauen keinen Zugang zu
Verhütungsmitteln, obwohl sie dies wünschen. "Wir haben also noch
viel zu tun, um Frauen weltweit zu ihrem Recht auf selbstbestimmte
Familienplanung zu verhelfen, am besten natürlich mit einer
Kostenübernahme durch staatliche Versicherungen", schließt Bayr.
(Schluss) bj/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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