- 20.04.2012, 11:30:55
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Wurm: Nationaler Aktionsplan zur Bekämpfung des Menschenhandels muss umgesetzt werden
Wien (OTS/SK) - SPÖ-Frauensprecherin und Leiterin der
österreichischen Delegation der parlamentarischen Versammlung des
Europarates, Gisela Wurm, kritisiert die tendenziell zu milden
Urteile für Menschenhändler und fordert die dringende Umsetzung des
Nationalen Aktionsplans zur Bekämpfung des Menschenhandels.
"Menschenhandel ist die moderne Form der Sklaverei und liegt neben
dem internationalen Waffen- und Drogenhandel bereits an dritter
Stelle hinsichtlich der Gewinne. Das Leid der Opfer ist unerträglich
und muss ernst genommen werden. Auch von der Justiz", so Wurm am
Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****
Die aktuellen Fälle zeigen, dass die internationale Zusammenarbeit
der Polizeiorgane mit den Opferschutzeinrichtungen gut funktioniert.
"Es stimmt jedoch bedenklich, wenn Opfer bereit sind auszusagen und
die angeklagten Kriminellen nach der Urteilverkündung aufgrund der
milden Urteile, diese beklatschen", so Wurm. Die SPÖ-Frauensprecherin
unterstützt hier die Meinung von Expertinnen und Experten, die im
Zusammenhang mit der Bekämpfung des Menschenhandels, die fehlende
abschreckende Wirkung der heimischen Rechtssprechung und das Fehlen
einer general- beziehungsweise spezialpräventiven Wirkung dieser
kritisieren. "Die österreichische Bundesregierung hat mit dem
Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung des Menschenhandels
vorbildhafte Aktionen zur nationalen Koordination, Prävention,
Opferschutz, Strafverfolgung und internationalen Zusammenarbeit
gesetzt. Diese Standards müssen ernst genommen werden", so Wurm.
Weltweit werden laut UNO 2,4 Millionen Menschen jährlich Opfer von
Menschenhandel, 140.000 davon in Europa. Am häufigsten sind Frauen
und Kinder davon betroffen. "Wenn man bedenkt, dass internationale
kriminelle Netzwerke mit der "Ware Mensch" bereits 32 Milliarden
Dollar pro Jahr erzielen, erkennt man die schreckliche Dimension
dieser Form des organisierten Verbrechens", so Wurm. Die
SPÖ-Frauensprecherin fordert Sensibilisierungs- und
Bewusstseinsmaßnahmen und ortet Schulungsbedarf innerhalb der Justiz,
diese Dimension auch ernst zu nehmen, denn so Wurm: "Wenn die Täter
nicht wegen Menschenhandel, sondern wegen Zuhälterei und Prostitution
angeklagt sind, ist das zum einen ein Schlag ins Gesicht der Opfer
und zum anderen eine Verharmlosung der kriminellen Tat".(Schluss)
sv/rm/mp
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
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