- 17.04.2012, 13:37:51
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ÖGB-Achitz: Arbeitsbelastung reduzieren, Überstunden teurer machen
Arbeitszeitverkürzung macht gesund und ermöglicht höheres faktisches Pensionsantrittsalter
Wien (OTS/ÖGB) - "Arbeitszeitverkürzung sichert Lebensqualität und
Arbeitsplätze", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB,
"allein im dritten Quartal 2011 wurden laut Eurostat 5,5 Millionen
Überstunden in Österreich geleistet - und das zu knapp einem Viertel
unbezahlt. Als Einstieg in die Arbeitszeitverkürzung könnte man damit
beginnen, die Überstunden zu reduzieren, indem man sie für die
Arbeitgeber teurer macht. Und zwar um einen Euro pro Überstunde, der
jeweils zur Hälfte an Arbeitslosen- und Krankenversicherung fließen
sollte."++++
Die Verkürzung der Arbeitszeit vernichtet keine Arbeitsplätze wie in
den Angst- und Panikträumen der Industrie - im Gegenteil: Zehn
Prozent weniger arbeiten bringt 90.000 zusätzliche Arbeitsplätze, die
Arbeitslosigkeit würde sinken. Wenn keine Überstunden mehr gemacht
werden, würden 180.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen. Allein der
unbezahlte Teil der Überstunden entspricht 60.000 Arbeitsplätzen.
"Unternehmen, die durch die Anordnung von Überstunden
Arbeitslosigkeit verursachen, müssen diese auch mitfinanzieren",
fordert Achitz.
Recht auf freie Wahl der Arbeitszeit
Arbeitszeitverkürzung kann aber auch bei denjenigen beginnen, die
vorübergehend freiwillig weniger arbeiten wollen. "Für sie muss es
das Recht geben, die Arbeit später auf Vollzeit aufzustocken."
Verbesserungen sind bei der Elternteilzeit notwendig, die derzeit nur
für Beschäftigte in Großbetrieben gesetzlich geregelt ist: "Der ÖGB
fordert das Recht auf Elternteilzeit für alle Eltern, unabhängig von
Betriebsgröße und -zugehörigkeit."
Kürzer arbeiten, länger im Arbeitsleben bleiben
Auch die geplante Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters wird
nur gelingen, wenn die Menschen länger gesund bleiben. Doch lang
arbeiten macht krank. Ein klares Bild über die gesundheitlichen
Auswirkungen bei unregelmäßigen und langen Arbeitszeiten lieferte
eine IFES-Befragung im Auftrag der Produktionsgewerkschaft PRO-GE.
Anhand der Ergebnisse wird deutlich, dass vor allem regelmäßige
Nachtarbeit und überlange Arbeitszeiten das Krankheitsrisiko zum Teil
beträchtlich erhöhen können.
Rückfragehinweis:
ÖGB-Kommunikation
Florian Kräftner
(01)53 444-39 264
(0664)301 60 96
[email protected]
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