- 11.04.2012, 09:32:41
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Hinweis auf die Entstehung von chronisch-lymphatischer Leukämie entdeckt
Wien (OTS) - Bisher sind die Ursachen für die Entstehung der
chronisch-lymphatischen Leukämie, der häufigsten Form von Blutkrebs
in Europa, unbekannt. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Eine
Forschungsgruppe der MedUni Wien unter der Leitung von Christoph
Steininger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I hat nun
aber einen Hinweis auf die Entstehung dieser Erkrankung entdeckt.
Steininger: "Das könnte den Therapieansatz der
chronisch-lymphatischen Leukämie beeinflussen."
Seit etwa 20 Jahren wird vermutet, dass die chronisch-lymphatische
Leukämie durch die Stimulation von B-Zellen - im Zusammenspiel mit
anderen Faktoren - entsteht. In der aktuellen Forschungsarbeit, die
im Journal "Blood" publiziert wurde, suchten die Wissenschafter nach
einem Antigen, das an den Rezeptoren der Leukämiezellen bindet und
konnten das Protein pUL32 des humanen Cytomegalievirus
identifizieren.
Virus "versteckt" sich in den Zellen
Das Cytomegalievirus, das zur Familie der Herpesviren gehört, tragen
etwa 60 bis 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung in sich, ohne
daran zu erkranken und ohne zu bemerken, dass man das Virus in sich
trägt. Zumeist infiziert man sich im Kindesalter mit dem Virus, das
nach der Infektion ein Leben lang in den Zellen des Immunsystems
überlebt. Dabei versteckt es sich in den Zellen und verwirrt außerdem
durch viruseigene Botenstoffe das Immunsystem.
Erst wenn es zu einer Schwächung des Immunsystems bei einem
infizierten Menschen kommt, etwa durch medikamentöse Unterdrückung im
Rahmen einer Organtransplantation oder bei einer HIV-Erkrankung, kann
das Virus krank machen. Ob diese Virusinfektion Blutkrebs auslösen
kann, oder der beobachte Zusammenhang zwischen Leukämie und
Cytomegalievirus auf einen anderen, vom Virus unabhängigen,
Mechanismus in der Krebsentstehung hindeutet ist nun Gegenstand
mehrerer Folgestudien.
In einer der Folgestudien wird untersucht, ob eine antiviralen
Therapie gegen das Cytomegalie-Virus die Stimulation der
Leukämiezellen und damit das Fortschreiten der Leukämie verhindern
kann.
Service: Blood Journal
"Recombinant antibodies encoded by IGHV1-69 react with pUL32, a
phosphoprotein of cytomegalovirus an B-cell superantigen." C.
Steininger, G. Widhopf II, E. Ghia, C. Morello, K. Vanura, R.
Sanders, D. Spector, D. Guiney, U. Jäger, T. Kipps. Bloodjournal,
doi: 10.1182/bllod-2011-08-374058.
Rückfragehinweis:
Medizinische Universität Wien Mag. Johannes Angerer Leiter Corporate Communications Tel.: +431 40160 - 11 501 Mobil: +43 664 800 16 11 501 mailto:[email protected] http://www.meduniwien.ac.at
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