• 03.04.2012, 14:22:46
  • /
  • OTS0119 OTW0119

2011 wieder mehr Beschwerdefälle beim Bundesheer Parlamentarische Bundesheerkommission präsentiert aktuellen Bericht

Wien (PK) - Im Jahr 2011 leitete die Parlamentarische
Bundesheerkommission insgesamt 504 Beschwerdeverfahren ein, 32 davon
als amtswegige Überprüfungen. 78 % der Beschwerden waren berechtigt,
22 % wurden von Grundwehrdienern, 68 % von Kaderpersonal und 10 % von
sonstigen Personen eingebracht. Diese Eckdaten liegen dem aktuellen
Bericht der Parlamentarischen Bundesheerkommission zugrunde, der
heute vom amtsführenden Vorsitzenden Paul Kiss der Öffentlichkeit
vorgestellt wurde.

Kiss wies bei dem Pressegespräch im Parlament darauf hin, dass die
Zahlen aus 2011 zwar einer Steigerung von rund 50 % gegenüber dem
vorangegangenen Jahr entsprechen, der Beschwerdeanfall aber im Rahmen
der Bandbreite der letzten zehn Jahre von 350 bis 650 Fällen liegt.
Auch dieses Mal nehmen Beschwerden über unangebrachte Ausdrucksweise
von Ausbildnern sowie Schikanen wieder breiten Raum im Bericht ein,
wobei Kiss in diesem Zusammenhang mit Nachdruck betonte, hier handle
es sich um Einzelfälle und "Ausreißer". Tausende von Frauen und
Männern des Bundesheeres würden dadurch ungerechterweise sehr oft von
Öffentlichkeit und Medien in einen Topf mit Unverbesserlichen
geworfen, die sich allen Schulungen zum Trotz "nicht in der Hand
haben". Im letzten Jahrzehnt sei das Bundesheer besser und
professioneller, das Personal sensibler und bereitwilliger geworden,
resümierte Kiss. Die Öffentlichkeit habe aber ein Recht darauf zu
erfahren, welche "schwarzen Schafe" es trotz aller Führungsmaßnahmen
nach wie vor im Bundesheer gibt, unterstrich Kiss, fügte allerdings
an, er lasse sich das Bundesheer "nicht in cumulo madig machen".

Integration ist im Bundesheer lebbar

Einer der Bereiche, den Paul Kiss bei seiner Präsentation besonders
herausstrich, war das Thema Migration. Zuwanderung und Integration
bereiten dem Bundesheer kaum Probleme, fremdenfeindliche und
rassistische Anwürfe kommen praktisch nicht vor, berichtete er.
Vielmehr gelinge es, unterschiedliche soziale und berufliche
Lebensentwürfe zu einer Einheit zu verschmelzen und damit zu zeigen,
dass Integration im Bundesheer lebbar sei. Eine Karriere beim Heer
stehe allen offen, unterstrich Kiss und lud in diesem Zusammenhang
vor allem auch junge Menschen mit Migrationshintergrund zum Dienst
beim österreichischen Bundesheer ein.

Frauen werden im Bundesheer voll akzeptiert

Derzeit leisten 354 Frauen ihren Dienst im Bundesheer, 28 Soldatinnen
sind im Auslandseinsatz tätig. Paul Kiss würdigte anlässlich der
Präsentation des Berichts ausdrücklich die Leistungen der Soldatinnen
und stellte fest, Frauen würden im Bundesheer voll akzeptiert.
Überall dort, wo Frauen in eine Truppe eingebunden sind, verändere
sich auch das Verhalten der Männer positiv, meinte Kiss und zog
daraus den Schluss: "Frauen im Bundesheer sensibilisieren Männer im
Bundesheer".

500. Sitzung der Kommission am 11. Mai

In eigener Sache teilte der Vorsitzende der Parlamentarischen
Bundesheerkommission mit, dass das Gremium am 11. Mai anlässlich
seiner 500. Sitzung einen Festakt abhalten wird, zu dem auch die
JournalistInnen eingeladen sind. Kiss, der im Übrigen auch für die
Etablierung einer diesbezüglichen Einrichtung auf EU-Ebene plädierte,
vermerkte zudem am Rande, dass die Kommission seit 2003 ungeachtet
der jeweiligen Koalitionen auf Bundesebene alle ihre Beschlüsse
einstimmig gefasst hat. (Schluss)

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: [email protected], Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPA

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel