- 02.04.2012, 09:17:34
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GLOBAL 2000 zum Klimaschutzgesetz: Jetzt umsetzen!
GLOBAL 2000-Hintergrundpapier zeigt aktuelle Entwicklungen des Klimawandels in Österreich auf.
Wien (OTS) - Im Klimaschutzgesetz ist festgehalten, dass mit
spätestens 31. März die Verhandlungen abgeschlossen und dann die
Maßnahmen sofort umgesetzt werden müssen. GLOBAL 2000 zeigt sich
enttäuscht, dass trotz der zahlreichen Verhandlungsstunden sich die
Bundesregierung und Länder noch immer nicht zu einer sinnvollen und
sofort umsetzbaren Klimaschutzstrategie durchringen konnten.
"Österreich ist längst von den Folgen des globalen Klimawandels
betroffen", erinnert Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000-Klimasprecher.
"Es ist höchste Zeit, dass die Politik endlich handelt. Leider ist
Österreich aber immer noch eines der Länder, das seine
Klimaschutzambitionen nicht erhöhen will."
Das GLOBAL 2000-Hintergrundpapier, das die Ökologin Iwona Lamaszewka
erstellt hat, zeigt ganz klar auf, dass sich auch in Österreich die
Klimafolgen verstärken werden. Die Kernaussagen des
Hintergrundpapiers sind:
Seit 1960 hat sich die Anzahl großer Wetterkatastrophen in Österreich
verdoppelt und der volkswirtschaftliche Schaden versiebenfacht. Auch
wenn einzelne Katastrophen nicht auf den Klimawandel zurückgeführt
werden können, deckt sich dieser Trend deutlich mit den Erkenntnissen
der Klimawissenschaft.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Hitzewellen auftreten werden, ist heute
in Österreich bereits 20mal höher als noch vor Jahrzehnten. Dieser
Trend wird noch weiter zunehmen. Hitzesommer werden zur Normalität.
Sie werden in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts bereits alle zwei
Jahre vorkommen.
Sichtbarstes Zeichen der Klimaerwärmung ist auch das Schwinden der
Gletscher: In den letzten 100 Jahren sind sie um etwa 50 Prozent
geschrumpft, bis Ende des Jahrhunderts werden vermutlich nur noch
kleine Reste der einstigen Eisriesen übrig bleiben. Auch Schifahren
könnte sich dann in Österreich vom Breitensport zu einem
Nischendasein entwickeln: Seit 1950 ist die Schneefallgrenze bereits
um 100 Meter angestiegen, besonders viele Schigebiete liegen in
Österreich sehr niedrig, wie z.B. Kitzbühel, das auf unter 800 Meter
liegt. Die höher gelegenen Schigebiete in der Schweiz und in
Frankreich würden dagegen profitieren.
Betroffen ist auch die Landwirtschaft: 80 Prozent des Ertrages hängen
vom Wetter ab, bei wichtigen Kulturpflanzen wie Korn oder Gerste
ergeben sich schon Ertragsminderungen um fünf Prozent, wenn das
Temperaturoptimum der Pflanzen auch nur um ein Grad überschritten
wird. Der Klimawandel hat Auswirkungen auf vitale Lebensbereiche, wir
dürfen hier keine Risiken eingehen.
Auch Flora und Fauna zeigen sich der zu raschen Erwärmung nicht
gewachsen. Etwa 1.700 Arten haben in Österreich bereits begonnen,
polwärts zu wandern, die Klimazonen ändern sich derzeit aber
siebenmal schneller als die Wandergeschwindigkeit der Arten. Für
viele wird es deshalb eng. Besonders im Gebirge entstehen auf Gipfeln
wahre "Biodiversitätsfallen", denn Kälte liebende Arten wandern höher
und erreichen bei den Gipfeln das Ende ihrer Möglichkeiten.
"Klimawandel findet längst statt, die Zeichen sind auch in Österreich
nicht zu übersehen. Österreichs Politik muss jetzt endlich handeln
und mehr für Klimaschutz tun", so Wahlmüller abschließend.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 Lydia Matzka-Saboi/Nunu Kaller Pressesprecherinnen Tel.: +43 699 14 2000 26 / +43 699 14 2000 20 mailto:[email protected] www.global2000.at
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