• 29.03.2012, 10:24:24
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GLOBAL 2000 zu Temelin 3 & 4: Österreichische Bundesregierung muss Anhörung fordern!

Gutachten eingelangt - GLOBAL 2000 wird kritisch Stellung beziehen.

Wien (OTS) - Im laufenden UVP-Verfahren zur Errichtung zweier
weiterer Blöcke am Standort Temelin ist das Gutachten eingelangt und
wird in den nächsten Tagen in ganz Österreich zur Einsicht für alle
BürgerInnen aufgelegt werden. Damit haben alle die Möglichkeit, ab
Fristbeginn 60 Tage lang, Stellungnahmen abzugeben. Das Gutachten ist
der letzte Schritt im UVP-Verfahren bis das tschechische
Umweltministerium einen Standpunkt für das AKW Temelin ausarbeitet.
"Dazu können wir kritische Stellungnahmen ausarbeiten. Unter anderem
fordern wir für die österreichischen BürgerInnen eine gleichwertige
Anhörung gemäß ESPOO-Konvention über die grenzüberschreitende
Umweltverträglichkeitsprüfung. Es genügt nicht, wenn die tschechische
Seite nur zur Anhörung nach Budweis einlädt und in Österreich nur
eine Informationsveranstaltung anbietet", sagt Patricia Lorenz,
Atom-Expertin von GLOBAL 2000.

"Es gilt Temelin 3 & 4 zu verhindern und dabei alle rechtlichen
Möglichkeiten auszuschöpfen. Deutsche NGOs und einige Länder in
Deutschland verlangen dies massiv, daher kann keine Rede davon sein,
dass Österreich mit seiner Forderung nach einer Anhörung im eigenen
Lande allein stünde. Das Gutachten zeigt sich zufrieden mit der
Abschätzung der Umweltfolgen, obwohl z.B. weder der Reaktortyp noch
dessen Leistung genau angegeben wurden - Leistungsangaben zwischen
2000 MW und 3400 MW werden als ausreichend akzeptiert. Es handelt
sich bei dieser Art der UVP eher um ein "Blankoscheck-Verfahren".

Das Vorhaben der Errichtung von zwei weiteren Blöcken ist im
Gegensatz zu den frühen 90er Jahren in der tschechischen
Öffentlichkeit kein unwidersprochenes Vorhaben. Neben politischen
Bedenken, wie der kritischen Haltung Österreichs und Deutschlands
Ausstieg, sind es wirtschaftliche. Neben den üblichen hohen
Investitionskosten für AKWs ist es die Diskussion rund um ein
Atomstromimportverbot, welche genau verfolgt wird, denn bereits der
Strom aus den bestehenden Blöcken wird nach Österreich und andere
Länder exportiert. "Wir brauchen das Atomstromimportverbot und
fordern die österreichische Bundesregierung, insbesondere
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, dazu auf, sich auch in
Sachen Temelin für Österreich stark zu machen", sagt Lorenz
abschließend.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria
[email protected]
Lydia Matzka-Saboi, Pressesprecherin, Tel.: 0699/14 2000 26
Patricia Lorenz, Atom-Expertin, Tel.: 0676/44 64 254

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