- 23.03.2012, 21:00:31
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TIOLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 24. März 2012 von Mario Zenhäusern "Toller Coup oder totaler Flop"
Innsbruck (OTS) - Utl.: Im Sog des neuen Spitzenkandidaten
Christoph Platzgummer legt die zuletzt schwächelnde Innsbrucker ÖVP
zu. Ob der Tausch ein Erfolg wird, hängt davon ab, wie viel
verbrannte Erde er und Christine Oppitz-Plörer hinterlassen.
Drei Wochen vor der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl herrscht eine
Art Aufbruchsstimmung in Innsbruck. Besonders im VP-Lager, das der
jüngsten TT-Umfrage zufolge vom Wechsel des Spitzenkandidaten
profitiert. Wie nicht anders zu erwarten, hat sich Christoph
Platzgummer auf Anhieb als einziger ernst zu nehmender Herausforderer
von Christine Oppitz-Plörer bei der Bürgermeisterwahl positioniert.
In seinem Sog hat auch die zuletzt schwächelnde VP-Liste zugelegt.
Für die seit 1994 tonangebende Liste "Für Innsbruck" ist Platzgummers
unerwartetes Auftauchen gleichbedeutend mit nachlassender
Popularität. Das hängt in erster Linie wohl mit dem neuen Widersacher
zusammen, dürfte seine Ursache aber auch in der Zusammensetzung der
Liste haben, auf der hinter Christine Oppitz-Plörer bekannte Namen
fehlen - zumindest an wählbarer Stelle. Verstärkt wird das durch eine
anhaltende Absetzbewegung in Richtung ÖVP: Die früheren FI-Granden
Helmuth Schuchter und Hans Haller haben entweder direkt oder über
Umwege bei der VP angeheuert. Letzterer über den Seniorenbund, dessen
Chef Helmut Kritzinger, unterstützt von FI-Gründer Herwig van Staa,
ebenfalls von "Für Innsbruck" zur VP gewechselt ist.
Diese neue Situation hat für das konservative Lager in Innsbruck das
Zeug zum absoluten Coup oder zum totalen Desas\x{2588}ter. Gelingt es, die
anfängliche Euphorie über das Antreten Platzgummers über den Wahltag
hinaus zu konservieren und gelingt es weiters, eine Gesprächsbasis
zwischen ÖVP und "Für Innsbruck" zu bewahren, wird dem schwarz-gelben
Duo die führende Rolle in der Landeshauptstadt kaum zu nehmen sein.
Wenn diese Gesprächsbasis allerdings nicht mehr besteht, liefern sich
die beiden Lager bzw. Bürgermeisterkandidaten eine Schlammschlacht,
die nur verbrannte Erde hinterlässt. Dann wird zwar entweder
Christine Oppitz-Plörer oder Christoph Platzgummer im
Bürgermeistersessel Platz nehmen. Die gemeinsame Zukunft ist dann
aber verspielt. Für lange Zeit.
Die Bevölkerung, das ist ein Ergebnis der jüngsten und letzten
TT-Umfrage vor der Wahl, wünscht sich die Fortführung von
Schwarz-Gelb. Liebeshochzeit, so viel steht fest, wird das keine
mehr, aber es reicht auch eine funktionierende Zweckgemeinschaft.
Mehr als 50 Prozent der Innsbruckerinnen und Innsbrucker und weit
mehr als zwei Drittel der ÖVP- und "Für Innsbruck"-Wähler sprechen
sich dafür aus. Wenn das kein Auftrag ist?
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610
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