• 22.03.2012, 10:21:19
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Kadenbach: Europa muss mehr in Entwicklungshilfe investieren

Selbstgesteckte EU-Entwicklungshilfeziele bis 2015 kaum erreichbar

Wien (OTS/SK) - Gestern, Dienstag, nahm die SPÖ-EU-Abgeordnete
Karin Kadenbach im Rahmen einer ExpertInnentagung zum Thema "Neue
Perspektiven der Europäischen Entwicklungspolitik" Stellung. "Wir
brauchen in Europa ein gesteigertes Bewusstsein für die Wichtigkeit
der Entwicklungshilfe und zwar nicht nur aus humanitären Gründen",
sagte Kadenbach. Sie verwies darauf, dass es bei der
Entwicklungshilfe nicht nur darum gehe, die Armut in den betroffenen
Staaten zu reduzieren, sondern auch darum, Herausforderungen wie etwa
den Klimawandel oder die Migration zu bewältigen, die auch Europa
betreffen. *****

"Dass die Entwicklungshilfe zu wenig ernst genommen wird, zeigen
aktuelle Zahlen. Man hat sich in Europa vorgenommen, dass 2015 0,7
Prozent des Bruttoinlandproduktes für Entwicklungshilfe ausgegeben
werden. Jetzt, 2012, stehen wir bei 0,42 Prozent. Wird nicht rasch
gehandelt und mehr investiert, werden wir das selbstgesteckte Ziel
von 0,7 Prozent nicht erreichen können", so die EU-Abgeordnete. Trotz
des restriktiven Sparkurses in Europa dürfe auf die Entwicklungshilfe
nicht vergessen werden, denn, so Kadenbach, "was wir jetzt nicht
investieren, wird uns in wenigen Jahren um ein Vielfaches mehr
belasten".

Sie forderte in ihrem Beitrag auch, dass bei der Gestaltung der
Politik - sei es auf nationaler oder auch auf europäischer Ebene -
darauf geachtet werden müsse, dass keine negativen Auswirkungen auf
Entwicklungsländer entstehen. Als Beispiel nannte Kadenbach
Agrartreibstoffe. Der Bedarf könne nicht aus europäischer
Landwirtschaftsproduktion gedeckt werden, daher kaufe man aus
Entwicklungsländern zu, dies zerstöre dort die kleinbäuerlichen
Strukturen. "Es gilt, unser Handeln zu überprüfen und die
Entwicklungsländer stets im Blickwinkel zu haben. Viele
Hilfsmaßnahmen müssen nur deswegen gesetzt werden, weil die
Industriestaaten wenig vorausschauend agieren und der kurzfristige
Profit im Mittelpunkt des Interesses steht", sagte Kadenbach.
(Schluss) sv/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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