- 22.03.2012, 09:33:30
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Bayr fordert EU-Außenministerinnen und -minister zu raschem Handeln gegen die Hungerkatastrophe im Sahel auf
Hungersnot war vorauszusehen - nur langfristige Maßnahmen für ländliche Entwicklung können die nächste Katastrophe vermeiden
Wien (OTS/SK) - Anlässlich des morgigen Treffens der
EU-Außenministerinnen und -minister ruft Petra Bayr,
SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung diese zum raschen
Handeln auf: "In der Sahelzone kündigt sich schon lange eine
Hungerskatastrophe an. Erst jetzt, da diese quasi schon vor der Tür
steht, fangen die Ministerinnen und Minister an, über
Reaktionsmöglichkeiten nachzudenken! Das ist schon wieder viel zu
spät", betont Bayr heute, Donnerstag, im Gespräch mit dem
SPÖ-Pressedienst. ****
In den Ländern der Sahelzone sind nach Angaben von
Hilfsorganisationen mehr als zehn Millionen Menschen von schwerer
Unterernährung bedroht. In einer Befragung vor Ort gaben 100 Prozent
der Befragten an, schon jetzt ihren Nahrungsmittelkonsum zu
reduzieren. Die Trockenzeit steht bevor, die Reserven sind wegen der
schlechten Ernte in der letzten Saison knapp, die
Nahrungsmittelpreise sind aufgrund von Spekulationen in horrende
Höhen gestiegen und die nächste Ernte ist noch in ferner Zukunft.
"Dass es so kommen wird, ist schon lange bekannt. Ich verstehe nicht,
warum die Weltgemeinschaft immer wartet, bis es eigentlich schon zu
spät ist und erst im letzten Moment aktiv wird", kritisiert Bayr.
"Sinnvoller wäre es doch, nicht nur Feuerwehr zu spielen und
Hilfslieferungen zu schicken, sondern langfristige Ansätze zu
unterstützen", führt Bayr weiter aus.
Ländliche Entwicklung muss vorausschauend und langfristig angelegt
werden. Die lokalen Bäuerinnen und Bauern sollen passendes Saatgut
anbauen dürfen und nicht zum Anbau von Produkten für den Weltmarkt
gezwungen werden. So etwa gibt es an den Rändern der Sahelzone
Baumwollmonokulturen. Obwohl diese Pflanze für die trockene Sahelzone
nicht geeignet ist, weil sie viel Wasser braucht. Zudem laugen die
Baumwollmonokulturen den Boden dermaßen aus, dass er auch für weniger
anspruchsvolle Pflanzen unbrauchbar wird. "Die internationale
Staatengemeinschaft muss die Menschen in der Sahelzone nicht nur
kurzfristig mit Lebensmittelspenden unterstützen. Nein, sie muss die
Menschen in den Ländern des Sahels auch darin unterstützen, sich eine
langfristige Lebensgrundlage aufzubauen", appelliert Bayr an die
Weltgemeinschaft. (Schluss) sv/mp
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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