• 20.03.2012, 09:33:35
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Brustkrebs-Früherkennung: Österreich als Vorbild für Europa

Wien (OTS) - Ab 2013 startet in Österreich das nationale
Brustkrebs-Früherkennungs-Programm, an deren Ausarbeitung ExpertInnen
des Comprehensive Cancer Centers an der MedUni Wien, allen voran
Thomas Helbich von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik als
Mitglied der Expertinnengruppe des Gesundheitsministeriums und der
Stadt Wien, maßgeblich beteiligt waren. Das Spezielle am heimischen
Programm: Zusätzlich zum Mammografie-Screening ist anders als in
anderen europäischen Ländern bei "dichter Brust" eine
Ultraschall-Untersuchung vorgesehen.

"Ganz Europa schaut auf uns", sagte Helbich im Rahmen der
europäischen Brustkrebskonferenz EBCC 8, die am Mittwoch im Austria
Center in Wien eröffnet wurde. "Wenn wir mit der zusätzlichen
Ultraschall-Untersuchung erfolgreich sind, dann wird das ein
weltweiter Standard werden. Österreich fungiert hier als Vorbild."
Der positive Effekt: Durch die Ultraschall-Untersuchung können noch
mehr Mammakarzinome früher erkannt werden, vor allem bei Frauen,
deren Brust sehr dicht ist und die Mammografie in ihrer Aussagekraft
limitiert ist.

Strengste Qualitätskriterien für die Mammografie
Das Programm an sich bringt noch mehr Qualität bei den
Mammografie-Untersuchungen und ein bundesweites Einladungssystem in
mehreren Sprachen, um auch Migrantinnen zu erreichen: Alle in
Österreich gemeldeten Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren
werden alle zwei Jahre schriftlich zu einer Früherkennungsmammografie
eingeladen. Auch jüngere Frauen ab 40 und ältere Frauen bis 75 können
auf eigenen Wunsch am Programm teilnehmen. Die EU hat die Standards
für derartige Untersuchungen in einem 366 Seiten starken Dokument bis
ins kleinste Detail festgehalten. Helbich: "Dort ist genau
beschrieben, wer, wann und wie untersucht werden muss."

Jede Mammografie wird von zwei RadiologInnen unabhängig
voneinander begutachtet. Außerdem müssen alle am Programm
teilnehmenden Ärzte und Ärztinnen bestimmte Qualitätskriterien
erfüllen und eine Schulung absolvieren.

400 Frauen jährlich das Leben retten
Jede achte Frau in Österreich erkrankt irgendwann in ihrem Leben
an Brustkrebs, die Mortalität ist mit 20 Prozent dank der bereits
jetzt hohen Qualität der Untersuchungen in Österreich relativ gering.
Allerdings, so Helbich, gehen derzeit nur 40 bis 50 Prozent jener
Frauen, denen ihre Gynäkologin bzw. ihre Gynäkologe oder auch der
praktische Arzt bzw. Ärztin unbedingt zur Brustuntersuchung geraten
hat, auch wirklich zur Mammografie. Mit dem Früherkennungsprogramm
soll bei allen Frauen ein Prozentsatz von mindestens 70 Prozent
erreicht werden. Helbich: "Wenn wir das erreichen, kann die
Mortalität um etwa 30 Prozent gesenkt werden." Rund 1.500 Frauen in
Österreich sterben jährlich an Brustkrebs. Mit Hilfe des nationalen
Programms könnte man rund 400 Frauen das Leben retten. Helbich: "Denn
je kleiner das Karzinom zum Zeitpunkt der Diagnose ist, desto besser
ist auch die Überlebenschance."

Service: Brustkrebs-Patientinnen-Tag
Am Samstag, 24. März 2012, findet als Abschluss des europäischen
Brustkrebskongresses an der Technischen Universität Wien ein
Patientinnentag mit Vorträgen und Publikums-Diskussionen statt.
Samstag, 24.3., 9 - 12 Uhr, TU Wien (Prechtlsaal), Karlsplatz 13,
1040 Wien. Eintritt frei.

Rückfragehinweis:

Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Corporate Communications
   Tel.: +431 40160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   mailto:[email protected]
   http://www.meduniwien.ac.at

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