- 16.03.2012, 15:25:14
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Soziale Arbeit ist Sozialpolitik in der Praxis Veranstaltung im Parlament zeigt viele Facetten der Sozialarbeit
Wien (PK) - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer lud heute
gemeinsam mit dem Department Soziales der Fachhochschule Campus Wien
und dem Österreichischen Berufsverband der SozialarbeiteInnen zu
einer Informationsveranstaltung mit dem Titel "Sozialarbeit:
Sozialpolitik in der Praxis" in das Parlament, wo der vielfältige
Einsatz von SozialarbeiterInnen in würdigem Rahmen präsentiert wurde.
Mit ihrer konkreten Umsetzung sozialpolitischer Prinzipien sind
Österreichs Hilfsorganisationen eine unverzichtbare Stütze zum Erhalt
der sozialen Sicherheit in unserem Rechtsstaat. Bis 19.00 Uhr bieten
zahlreiche dieser Organisationen in der Säulenhalle des Parlaments
noch Informationen zu ihrer Arbeit mit unterschiedlichen
gesellschaftlichen Gruppierungen an.
Die Arbeit der SozialarbeiterInnen mit Familien in schwierigen
Situationen oder mit armutsgefährdeten Personengruppen wird dabei
ebenso dokumentiert wie die umfassende Betreuung von Menschen mit
Behinderung, alten oder kranken Personen. Für viele Menschen, die
straffällig oder Opfer von Straftaten geworden sind, bilden
SozialarbeiterInnen oftmals den einzigen gesellschaftlichen Konnex,
wie bei der Infoschau deutlich wird.
Prammer: Leben in Österreich ohne Sozialarbeit nicht vorstellbar
In ihrer Begrüßung wies Nationalratspräsidentin Barbara Prammer
darauf hin, dass sie zur heutigen Veranstaltung mit dem Themenkomplex
Sozialarbeit vor allem auch deshalb in das Parlament eingeladen
hatte, da neben den wichtigen ehrenamtlichen Tätigkeiten im sozialen
Bereich vor allem auch die professionelle hauptamtliche Arbeit in
diesem Feld öffentlich entsprechend dargestellt werden müsse.
Als Soziologin habe sie während ihrer gesamten Berufslaufbahn
vielfach mit SozialarbeiterInnen zu tun gehabt, hielt Prammer fest
und erwähnte als Beispiel ihre Funktion als Vorsitzende des
Frauenhauses in Linz. Sie sei sich der vielen Herausforderungen, mit
denen soziale Einrichtungen permanent konfrontiert sind, sehr wohl
bewusst, betonte die Nationalratspräsidentin; gerade deshalb sei der
intensive Austausch dieser Organisationen auch mit der Politik von
größter Wichtigkeit.
Hundstorfer: Frühzeitige soziale Hilfe ist entscheidend
Sozialminister Rudolf Hundstorfer führte in seinem Impulsreferat aus,
dass die Menschen in Österreich ihr Leben lang mit Sozialpolitik zu
tun hätten, auch wenn es vielen nicht bewusst sei. Die sozialen
Organisationen Österreichs decken mit ihren Hilfestellungen ein
breites Gesellschaftsspektrum ab, hob Hundstorfer die Wichtigkeit der
Einrichtungen hervor und nannte die Beratung von Jugendlichen, die
Begleitung im Arbeitsleben und im Alter als bedeutende Einsatzfelder
von SozialarbeiterInnen.
Zwar sei Österreich immer noch das EU-Mitgliedsland mit der
niedrigsten Arbeitslosenquote, sagte Hundstorfer, doch könne diese
Position nur durch möglichst früh ansetzende sozialpolitische
Maßnahmen beibehalten werden. Der Sozialminister umriss zwei
Initiativen, mit denen zum einen Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen
verhindert und zum anderen die Invaliditätspensionen, die zum
Großteil psychosomatische Ursachen hätten, eingeschränkt werden
sollten. Mit dem "Jugendcoaching" versuche man, jungen Menschen beim
Start in das Arbeitsleben zu helfen, das Programm "Fit for Work"
richte sich an ältere ArbeitnehmerInnen, um ihnen das Verbleiben im
Beruf zu ermöglichen.
Jugendliche TänzerInnen der Caritas-Initiative "Tanz die Toleranz",
in der über soziale und kulturelle Grenzen hinweg Tanzprojekte
realisiert werden, stellten daraufhin in ihrer Darbietung
künstlerisch die Aspekte Schutz, Gewalt, Heimat und Hoffnung des
Themenfeldes soziale Integration dar.
Offene Gespräche zu sozialen Themen
Zwischen 14.00 und 15.30 Uhr bieten sechs sogenannte World Cafés den
Gästen die Gelegenheit, mit Fachpersonen Fragen zur sozialen Arbeit
im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen und notwendige Maßnahmen
zur Lösung sozialer Probleme wie Armut oder Ausgrenzung zu erörtern.
In kleinen, offenen Diskussionsrunden können dort mit VertreterInnen
des FH Campus Wien, der Magistratsabteilung für Kinder, Jugend und
Familie (MA 11) der Stadt Wien, der Caritas Sozialbetreuung, und des
Integrationshauses verschiedene sozialpolitische Themenfelder
besprochen werden.
Bei dem World Café zu Entwicklungen der Ausbildung zur sozialen
Arbeit auf Hochschulniveau versuchen die GesprächspartnerInnen Wege
zur Stärkung des derzeitigen Bildungsangebots für Sozialarbeit zu
finden. Drei weitere Gesprächsrunden befassen sich mit den
gesetzlichen Rahmenbedingungen für soziale Arbeit und noch
ausstehenden Reformen in diesem Bereich; mit Fragen zur Wirksamkeit
der Mindestsicherung als Mittel zur Armutsbekämpfung und mit dem
Spannungsfeld Wirksamkeit/Wirtschaftlichkeit, in dem soziale Arbeit
unter den derzeitigen sozioökonomischen und -politischen
Gegebenheiten geleistet wird. Beim fünften World Café sind die
TeilnehmerInnen eingeladen, sich mit Pflichten und Rechten der
SozialarbeiterInnen bei ihrer Ausübung der Menschenrechtsprofession
Soziale Arbeit auseinanderzusetzen. Im sechsten Diskussionsforum wird
speziell auf Fragestellungen zu Migration und Diversität im
Zusammenhang mit Sozialpolitik eingegangen.
Ab 16.00 Uhr steht eine Podiumsdiskussion zum Thema Sozialarbeit in
Österreich am Programm der Veranstaltung. DiskutantenInnen sind
Abgeordnete Renate Csörgits, Obfrau des Ausschusses für Arbeit und
Soziales, Abgeordnete Ridi Maria Steibl, Obfrau des
Familienausschusses, Jugend und Familien, Greti Schmid, Vorarlberger
Landesrätin für Soziales, Jugend und Familien, Maria Moritz,
Vorsitzende des Österreichischen Berufsverbands der
SozialarbeiterInnen und Heinz Wilfing, Departmentleiter Soziales,
Fachhochschule Campus Wien.
Moderiert wird die Veranstaltung von der Journalistin Corinna
Milborn.
An den Info-Tischen in der Säulenhalle sind folgende soziale
Einrichtungen vertreten:
Caritas der Erzdiözese Wien, Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien,
Landes Kinder- und Jugendheim Pottenstein, NEUSTART, pro mente OÖ,
Sam Flex Sucht- und Drogenkoordination Wien, SuSA - Schulsozialarbeit
der Jugendwohlfahr OÖ, Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser,
Verein Dialog - individuelle Suchthilfe, Verein "Projekt
Integrationshaus", Verein Wiener Frauenhäuser, Verein zur Förderung
des DOWAS, VertretungsNetz, Volkshilfe Österreich, Wien Work, Wiener
Hilfswerk, Wiener Interventionsstelle/Gewaltschutzzentren, FH Campus
Wien - Department Soziales, Österreichischer Berufsverband der
SozialarbeiterInnen (Schluss)
HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie auf der Website
des Parlaments im Fotoalbum.
Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
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