- 15.03.2012, 09:12:28
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Enquete: "Lohnungleichheit in Europa"
MetallgewerkschafterInnen fordern Verringerung von Einkommensunterschieden
Wien (OTS/PRO-GE/ÖGB) - Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit -
am Beispiel von verschiedenen Ländern diskutierten am 14. März 2012
rund 100 BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen aus ganz Europa in
Wien über Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Im
Durchschnitt der Europäischen Union liegt die Einkommensschere bei
mehr als 16 Prozent. Der Einkommensunterschied in Österreich liegt
bei etwa 31 Prozent. "Der Kampf gegen Lohnungleicheit muss auf
mehreren Ebenen geführt werden. Es braucht Gesetze, aber auch
Sanktionsmöglichkeiten und betriebliche Maßnahmen, um die
Einkommensschere zu verringern. Dies hat ein Vergleich der Situation
in den verschiedenen Ländern deutlich gezeigt", fasste Renate Anderl,
Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE, die internationale
Konferenz zusammen.++++
Deutlich wurde in den Diskussionsbeiträgen, dass Lohnunterschiede
viele Ursachen haben: Branchen mit niedrigen Löhnen haben oft einen
hohen Frauenanteil. Das sind etwa der Dienstleistungssektor, aber
auch der Textilbereich. "Die berufliche Laufbahn von Frauen ist oft
gekennzeichnet durch Teilzeitarbeit und Unterbrechungen", sagte
Anderl. Die geringen Chancen am Arbeitsmarkt und die hohe
Teilzeitquote von 44 Prozent seien auf fehlende Möglichkeiten
zurückzuführen, Beruf und Familie zu vereinbaren. "Eine
Wahlmöglichkeit haben viele Frauen nicht", so Anderl.
Gabriele Ulbrich von der IG-Metall und Vorsitzende des
EMB-Gleichstellungsausschusses sah einige Parallelen zur Situation in
Deutschland. Zwar sei die Frauenerwerbsquote gestiegen, aber meist
durch mehr Teilzeitarbeit (89 Prozent Frauen) oder durch Mini-Jobs
(77 Prozent Frauen). "Die Entgeltlücke steigt mit dem Alter und liegt
am Schluss bei 30 Prozent. Die Gefahr der Altersarmut steigt", warnte
Ulbrich. Sie forderte Maßnahmen wie strenge Regelung von Leiharbeit
bzw. prekärer Arbeit oder Entgeltchecks in Unternehmen durch
BetriebsrätInnen.
In Österreich wurden 2011 mehrere Maßnahmen gesetzt. Zum einen auf
Gesetzesebene mit den verpflichtenden Einkommensberichten in
Unternehmen und der Angabe von Lohnhinweisen bei
Stellenausschreibungen. Zum anderen mit verbesserten Anrechnungen von
Karenzzeiten in den Kollektivverträgen. "Frauen werden beim
Berufseinstieg vielfach zu niedrig eingestuft. Die Überprüfung der
Einstufung durch BetriebsrätInnen und eine deutliche Anhebung der
Löhne in den unteren Beschäftigungsgruppen ist von enormer
Bedeutung", sagte Klaudia Frieben, von der PRO-GE in ihrem
Österreichbericht.
"Der Kampf gegen Lohnungleicheit muss auf mehreren Ebenen geführt
werden", fasst Anderl die Konferenz zusammen. Gesetzliche
Verpflichtungen seien eine gute Grundlage, aber ebenso wichtig seien
Sanktionsmöglichkeiten: damit zum Beispiel alle Arbeitgeber die
Bestimmungen für Einkommensberichte auch umsetzen und sich nicht
einfach ihrer Verantwortung entziehen. Hinzu kommen Maßnahmen auf
betrieblicher Ebene, damit etwa versteckte Diskriminierungen in den
Lohnsystemen auch wirklich verschwinden würden.
Service: Mehr Information unter www.proge-frauen.at
Rückfragehinweis:
PRO-GE-Öffentlichkeitsarbeit Mathias Beer Tel.: 01 53 444 69035 Mobil: 0664 6145 920 E-Mail: [email protected] www.proge.at
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