- 14.03.2012, 15:01:37
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- OTS0202 OTW0202
Strafe oder nicht Strafe - das sollte nicht die Frage sein
Wr. Kinder- und JugendanwältInnen zur aktuellen Schuldebatte:
Wien (OTS) - Welche Form von Strafen erlaubt sein sollten und
welche nicht, darf nicht im Vordergrund der Überlegungen in den
geplanten Arbeitsgruppen stehen.
Strafen sind Zeichen von Hilflosigkeit sowie von Überforderung eines
Systems und tragen in keinster Weise dazu bei den Schulalltag zu
verändern/zu verbessern.
Kein einziges Kind darf verloren gehen - über diesen Leitsatz sollte
diskutiert werden.
Es ist dringend notwendig, dass auch das Selbstverständnis von
Lehrerinnen und Lehrern, in den geplanten Arbeitsgruppen hinterfragt
wird.
LehrerInnen sollten sich als PartnerInnen von Kindern und
Jugendlichen sehen deren Aufgabe es ist Kinder/Jugendliche dabei zu
unterstützen ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen und die
Erfahrungswelt der Kinder durch spannend gestaltete Inputs zu
bereichern.
Es geht vorrangig darum: was braucht Schule, was benötigen Kinder und
Jugendliche sowie deren Eltern, damit Schule ein Ort gegenseitiger
Wertschätzung und gegenseitigen Respekts werden kann?
Auch sollte es darum gehen, dass Schule alleine vorhandene
Verhaltensdefizite junger Menschen nicht entsprechend verändern kann.
Nur die Eltern oder Erziehungsberechtigten können jene Bindungen und
Beziehungen aufbauen, die für eine Änderung des Verhaltens notwendig
sind. Wird das zu Hause verabsäumt können LehrerInnen maximal durch
Ihre Vorbildwirkung Kinder und Jugendliche begeistern und somit zu
adäquatem Verhalten motivieren. Mehr nicht.
Dafür jedoch müssen LehrerInnen das Handwerkzeug erlernen, wie mit
SchülerInnen die unter Verhaltensproblemen leiden im Interesse der
gesamten Klasse richtig umgegangen werden kann.
Wichtig dabei ist auch die positiven Ressourcen von
Kindern/Jugendlichen und nicht - wie leider teilweise jetzt -
Defizite in den Vordergrund zu stellen.
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten bei Fortbildungen sich diese
Methoden anzueignen - und LehrerInnen sollten auch diese Kompetenzen
verpflichtend ausbauen.
Die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen müssen ausgebaut
werden und ein modernes Schulsystem muss gewährleisten, dass jede/r
einzelne SchülerIn optimale Voraussetzungen für die Entfaltung und
Entwicklung ihrer oder seiner Talente vorfindet.
Wir erwarten uns mehr SchülerInnenzentriertheit und
Individualisierung des Lernens durch in Bezug auf die Vielfalt der
Schüler und SchülerInnen, ihrer Fähigkeiten und Leistungspotentiale,
persönliche Erfahrungswelten und ihrer vitalen Interessen.
Eine geänderte Lernkultur soll sich an den Fähigkeiten und Ressourcen
der SchülerInnen orientieren, um das Selbstwertgefühl der Kinder und
Jugendlichen zu stärken und sie so zu eigenverantwortlichem Arbeiten
motivieren. Jugendanwalt Schmid: Wer straft ist überfordert, wer
vereinbarte Konsequenzen durchsetzt, ist pädagogisch tätig.
Wir benötigen eine Schule die auf jedes/r Kinder/Jugendliche
individuell eingeht , die bestehende Ressourcen fördert und wir
brauchen ein Schulsystem in dem sich Kinder und Jugendliche
wohlfühlen und mit Freude lernen, so Jugendanwältin Pinterits.
Rückfragehinweis:
Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Frau DSA Monika Pinterits & Herr Dr. Anton Schmid
Tel.: (++43-1) 70 77 000
mailto:[email protected]
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