• 14.03.2012, 11:43:14
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GLOBAL 2000: Beben im Nordosten Japans warnt vor tickender Zeitbombe Fukushima

Wäre das heutige Beben vor Fukushima passiert, würde das Reaktor 4-Abklingbecken abstürzen.

Wien (OTS) - Die Pazifikküste der Insel Hokkaido im Nordosten
Japans wurde heute von einem Erdbeben der Stärke 6.8 erschüttert,
eine Tsunami-Warnung wurde ausgegeben. Bereits direkt nach dem
folgenschweren Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011 der Stärke 9.0
kam es zu einer ganzen Reihe von weiteren starken Nachbeben in der
Fukushima-Region. Japanische und chinesische Seismologen unter der
Leitung der Universität von Sendai stellten insgesamt 24.108 Beben
fest, davon 23 über der Stärke von 5.0 auf der Richterskala. "Das
stärkste dieser Nachbeben war am 11. April 2011 in Iwaki, sechzig
Kilometer entfernt von den Reaktor-Ruinen von Fukushima", so Reinhard
Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000. "Das neuerliche starke Beben in
Hokkaido zeigt, dass die Betreiberfirma TEPCO hier russisches
Roulette mit der Menschheit spielt, da sie immer noch nicht die
Reaktorruinen gegen ein Beben dieser Stärke abgesichert hat."

Reaktor 4 war zum Zeitpunkt des Erdbebens im Jahr 2011 nicht in
Betrieb - das Problem lag im Abklingbecken, in dem die über 1300
Brennelemente des Reaktors zwischengelagert sind, das durch das Beben
leck schlug, trocken fiel und zu brennen begann. Durch die Explosion
des Reaktorgebäudes wurde das Reaktordach über dem Abklingbecken
weggesprengt. "Erst durch das Besprühen mit Feuerwehrschläuchen
konnte der Brand letztes Jahr gestoppt werden, noch immer werden
große Mengen Wasser auf das unter freiem Himmel liegende
Abklingbecken geleitet", so Uhrig. "Realistische Abschätzungen des
amerikanischen Nuklearingenieurs Arnold Gundersen zeigen, dass bei
einem Beben der Stärke 7.0 unter den Reaktorruinen der Zusammenbruch
der Reaktorruine droht - und der Absturz des Abklingbeckens mit
seiner radioaktiven Fracht." Die Folge wäre ein weiterer Brand der
Brennelemente und eine riesige radioaktive Freisetzung, die sogar die
Millionenmetropole Tokio bedrohen könnte. "Wir fordern die japanische
Regierung dringend dazu auf, endlich den Warnschuss des neuen
Erdbebens ernst zu nehmen und der Betreiberfirma TEPCO die Kontrolle
über die Reaktorruinen zu entziehen - zum Schutz der ganzen
Menschheit", so Uhrig abschließend.

Rückfragehinweis:

Weitere Informationen:
   GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria
   [email protected]
   Lydia Matzka-Saboi
   mobile: +43/(0) 699 14 2000 26
   other: +43/1/812 57 30 - 26

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