- 09.03.2012, 12:39:37
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SPÖ-EU-Abgeordnete Kadenbach fordert Priorität für Bienengesundheit in der Landwirtschaftspolitik
Bienen drittwichtigstes Nutztier - Einsatz von Pestiziden führt zu Bienensterben - EU-Kommission muss Gegenmaßnahmen einleiten
Wien (OTS/SK) - Die Biene ist nach Rind und Schwein das
drittwichtigste Nutztier, ihre Bestände sind seit Jahren aber
weltweit stark rückläufig, u.a. wegen des Einsatzes von Pestiziden.
Der Wert ihrer Bestäubungsleistung wird auf 153 Mrd. Euro geschätzt,
das entspricht 9,5 Prozent der gesamten für die Ernährung des
Menschen genutzten Agrarproduktion. "Bienen haben eine wichtige Rolle
bei der Ernährungssicherheit inne", erklärte SPÖ-EU-Abgeordnete Karin
Kadenbach am Freitag bei einer Pressekonferenz. Sie fordert:
"Bienengesundheit muss zu den Prioritäten in der
Landwirtschaftspolitik gehören." ****
Es gebe zwar bereits eine EU-Strategie für Biodiversität, gemeinsam
mit der EU-Kommission wurden auch schon Maßnahmen gesetzt, diese
hätten aber noch nicht gegriffen. "Es gibt auf nationaler und
internationaler Ebene noch einiges zu tun", sagte die Abgeordnete,
die Mitglied im Umweltausschuss und stv. Mitglied im Agrarausschuss
des Europäischen Parlaments ist. Das Thema Bienen müsse bei der
Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU und in
allen anderen Politikbereichen berücksichtigt werden. "Wichtig ist
auch die Information von Landwirten über den richtigen Einsatz von
Pestiziden und ein Anreizsystem zur Vermeidung von Pestiziden",
betonte Kadenbach. Studien belegen, dass Pestizide extreme
Auswirkungen auf die Bienenpopulation haben. Sie wirken auf ihr
Verhalten, sodass die Bienen ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen
können, oder haben tödliche Auswirkungen. Wichtig sei auch, so die
Abgeordnete, eine Aufwertung des Imkereisektors.
Die SPÖ-EU-Abgeordnete wandte sich heute mit Fragen zur Erhaltung der
Bienengesundheit an die EU-Kommission, u.a. fragte sie, warum die
Bienengesundheit nicht im GAP-Reformvorschlag berücksichtigt wurde
und welche Maßnahmen sie zur Vermeidung des Bienensterbens plant.
"Die Kommission ist sich bewusst, dass der Bienenrückgang ernste
Folgen für Landwirte und Unternehmen hat und sie zeigt auch
Bereitschaft, sich für die Bienengesundheit einzusetzen - aber es
gibt noch keine konkreten Schritte."
Univ.-Prof. Walter Hödl, Evolutionsbiologe und Vizepräsident des
Naturschutzbunds Österreich, erläuterte die Bedeutung der Bienen für
die Biodiversität: Nicht jede Biene könne jede Pflanze bestäuben,
daher sei die Erhaltung ihrer Vielfalt - allein in Niederösterreich
gibt es 670 Bienenarten - so wichtig. "Bienen sind, was ihre
Bestäubungsfunktion betrifft, unersetzbar", gab Hödl zu bedenken.
Außerdem gebe es durch agrartechnische Maßnahmen wie (Über-)Düngung
immer weniger Blüten, was "die Insektenfauna ebenso bedroht".
Der Berufsimker Harald Singer sagte, dass es bei seinen Bienenvölkern
in Agrargebieten wie z.B. im Marchfeld akute Probleme gebe. "In den
letzten zehn Jahren werden die Schäden immer größer", kritisierte
Singer. Das Schadensbild zeige sich u.a. in Flugunfähigkeit und
geändertem Sammelverhalten - Bienen finden etwa die Blüten oder ihren
Stock nicht mehr. Ursachen sind meist Chemikalien, besonders
Neonicotinoide, aber auch die Varroa-Milbe oder gentechnisch
verändertes Saatgut. Letzters gilt nicht für Österreich, da der Anbau
verboten ist. (Schluss) bj/sc
Rückfragehinweis:
Sabine Weinberger, SPÖ-EU-Delegation, Tel.: 0043 1 40110 3612, e-mail: [email protected]
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