- 07.03.2012, 09:45:03
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Fukushima: Collateral Damage - 573 Tote der Atomkatastrophe
GLOBAL 2000: Folgetote der Evakuierung erst langsam zugegeben
Wien (OTS) - Erst nach und nach geben die japanischen Behörden die
Zahlen der Todesopfer bekannt, die nicht direkt durch das
schreckliche Erdbeben und den Tsunami am 11. März 2011 verursacht
wurden. Es ist bekannt, dass bei der Explosion von Reaktor 3 sechs
Arbeiter getötet wurden, ein Aufräumarbeiter starb im Frühsommer an
Kreislaufversagen - im Vergleich zur Naturkatastrophe sind dies
verschwindend geringe direkte Todesfolgen.
Erst jetzt wird aber bestätigt, was seit der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl allgemein als Folge von Nuklearkatastrophen allgemein
anerkannt war: Die Evakuierung von 87 000 Menschen aus dem Umkreis
der zerstörten Nuklearanlage forderte ebenfalls hunderte direkte
Todesopfer, noch bevor die Langzeitfolgen der Verstrahlung zu
weiteren Krebstoten führt.
Einem Bericht der Zeitung Yomiuri Shimbun zufolge sind mittlerweile
573 Todesopfer als "nuclear disaster-related" bestätigt worden -
weitere Fälle werden noch untersucht. Darunter sind die gerade erst
bestätigten fünf ältere Menschen, die sich nicht selbst in Sicherheit
bringen konnten und durch den vollständigen Zusammenbruch der
Telekommunikation sich auch nicht bemerkbar machen konnten - sie sind
schlicht in ihren Häusern verhungert, wie die Autopsie der fünf
Leichen bestätigte. Patienten in Krankenhäusern und Pensionisten in
Altenheimen, die nicht selbst gehen konnten, wurden im Chaos der
Evakuierung für drei Tage ohne Betreuung und Essen zurückgelassen -
45 der 440 Patienten starben in Folge.
"Eine Nuklearkatastrophe verursacht immer einen Schock für die
Infrastruktur und die Logistik der Evakuierung vieler tausend
Menschen wird weltweit bei allen Atomanlagen unterschätzt, wie die
Katastrophe von Fukushima wieder gezeigt hat", kommentiert Reinhard
Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000, die neuen Zahlen. "Wenn ein
schwerer Atom-Unfall in dicht besiedeltem Gebiet passiert, gehen
sämtliche Evakuierungspläne schnell im Chaos der zusammenbrechenden
Kommunikation unter. Die einzige sichere Notfallmaßnahme ist:
Abschalten!"
Im Gedenken an diese Opfer von Fukushima veranstaltet GLOBAL 2000 am
11. März, dem Jahrestag des Unglücks, um 12 Uhr einen Flashmob vor
der japanischen Botschaft.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 Nunu Kaller Pressesprecherin +43 699 14 2000 20 mailto:[email protected] www.global2000.at
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