• 07.03.2012, 09:24:52
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ÖGB-Ruprecht: Sparpaket zementiert Ungerechtigkeiten ein

Forderungen nach EU-weiten Frauenquoten und Investitionen in Sachleistungen

Wien (OTS/ÖGB) - "Dank dem Stabilitätspaket müssen Frauen wieder
um Haushaltsgeld betteln", kritisiert ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende
Brigitte Ruprecht anlässlich des Internationalen Frauentags am 8.
März. So sollen etwa Menschen, die ihre Tätigkeit, die sie in zehn
der letzten 15 Jahre ausgeübt haben, nicht mehr ausüben können, erst
mit 60, also um drei Jahre später als derzeit, in Pension gehen
dürfen. Faktisch werden sie dadurch in die Arbeitslosigkeit gedrängt,
vor allem Frauen werden - wegen der Partnereinkommensanrechnung bei
der Notstandshilfe - komplett ohne eigenes Einkommen dastehen. "Die
Anrechnung des Partnereinkommens muss zuerst abgeschafft, die
Arbeitsmarktchancen Älterer müssen massiv verbessert werden", fordert
Ruprecht.

Zahnlose Benimmregeln

Die Regierung hat im Zuge des Stabilitätspakets auch mehr Transparenz
bei den Gehältern des Top-Managements beschlossen. "Die Chance, die
Männerquote in Aufsichtsräten zu durchbrechen, wurde aber vertan. Die
Vorgaben für börsennotierte Unternehmen bleiben zahnlos", kritisiert
die Vorsitzende der ÖGB-Frauen. Da frauenfördernde Maßnahmen von der
österreichischen Wirtschaft seit Jahren blockiert werden, muss die
EU-Kommission verbindliche Quotenvorgaben und saftige Sanktionen
einführen. "Österreich wird sonst den Anschluss an die Weltwirtschaft
verlieren."

Sachleistung und Geldtransfer

Damit Frauen echte Aufstiegschancen haben, braucht es aber auch
bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie. Ruprecht: "Noch mehr Geldleistungen machen keine
Familienpolitik aus. Frauen muss ein rascher Wiedereinstieg in einen
vollwertigen Job ermöglicht werden, das würde Familien vor Armut
schützen und das Budget entlasten." Dafür braucht es mehr
Investitionen in die soziale Infrastruktur. Vor allem beim Ausbau der
Plätze für unter Dreijährige hat Österreich einen enormen
Nachholbedarf. Dabei müssen auch die Öffnungszeiten ausgeweitet
werden. Mit den bisherigen Bundesmitteln ist das nicht zu erreichen.
"Die Bundesinvestitionen müssen deutlich erhöht werden", fordert die
Frauenvorsitzende erneut.

Die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende spricht sich auch klar für die
Einführung eines einmonatigen Papamonats aus. Werden Väter von Anfang
an in die Kinderbetreuung eingebunden, sind sie auch eher dazu
bereit, die partnerschaftlichen Pflichten fair zu teilen." Der ÖGB
hat schon vor einiger Zeit einen Papamonat eingeführt und gute
Erfahrungen damit gemacht.

Rückfragehinweis:
ÖGB-Kommunikation
Katja Dämmrich
Tel.: 01 534 44-39265
E-Mail: [email protected]
www.oegb.at

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