• 01.03.2012, 14:39:08
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PRO-GE-Anderl: Teilzeit bedeutet Einkommensbenachteiligung

Aufgezwungene "Flexibilität" ist keine Wahlfreiheit

Wien (OTS/ÖGB) - "Dass Frauen bei ihrer Arbeitszeit Wahlfreiheit
haben, geht völlig an der Realität vorbei", ärgert sich Renate
Anderl, PRO-GE-Bundesfrauenvorsitzende, über die Aussagen der
niederösterreichischen ÖVP-Landesleiterin NRAbg. Dorothea
Schittenhelm. "Teilzeit in bestimmten Lebensphasen ist durchaus
akzeptabel. Daher gibt es für Familien mit kleinen Kindern die
Elternteilzeit, die allerdings WiedereinsteigerInnen den
Rechtsanspruch auf einen Vollzeitarbeitsplatz sichert", so Anderl.

An die Adresse der ÖVP richtet Anderl daher die Botschaft: "Frauen
werden nicht bevormundet bei der Wahl ihrer Arbeitszeit, sondern
gezwungen, Teilzeit zu arbeiten, weil es für sie keine Möglichkeit
für mehr Beschäftigung gibt. In vielen Unternehmen sind sie billige
Vollzeitarbeitskräfte, da in sehr vielen Fällen die vereinbarte Zeit
nicht eingehalten wird und den Frauen dadurch viel Geld entgeht. Das
ist pensionsschädigend, und da hilft auch ein höheres
Frauenpensionsalter nicht."

Ärgerlich ist für die PRO-GE-Bundesfrauenvorsitzende, dass die ÖVP
die Frauen mit ihrer konservativen Denkweise in eine Rolle drängt,
die sie ausschließlich als die Hauptverantwortlichen für die
unbezahlte Arbeit sieht. "Auf die Möglichkeit, dass Frauen deshalb
nicht mehr Zeit arbeiten können, weil sie keine entsprechenden
Arbeitsplätze und Rahmenbedingungen vorfinden, ist Frau Schittenhelm
noch nicht gekommen", so Anderl.

Höchst aufklärungswürdig ist für Anderl auch die Ankündigung, dass
Frauen im Durchschnitt 347 Euro monatlich mehr Pension bekommen, wenn
sie fünf Jahre länger arbeiten. "Hat Frau Schittenhelm eigentlich
eine Vorstellung, was Frauen verdienen müssten, um dieses Geld zu
bekommen?", so Anderl. Frauen würden hier falsche Versprechungen
vermittelt, die so nicht stimmen können. "Frau Schittenhelm, machen
Sie sich lieber in der Wirtschaft dafür stark, dass Frauen
Arbeitsplätze bekommen und keine Arbeitsplätzchen, von denen sie
nicht leben können", so Anderl.

Rückfragehinweis:
Klaudia Frieben
PRO-GE-Bundesfrauensekretärin
Tel. 0664/6145800
e-mail: [email protected]

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