• 01.03.2012, 10:41:58
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ÖGB: Arbeitsmarktdaten belegen: Sparpaket darf Wachstum nicht gefährden

Dramatischer Anstieg bei Älteren, Behinderten und LeiharbeiterInnen

Wien (OTS/ÖGB) - "Der überdurchschnittlich starke Anstieg der
Arbeitslosigkeit bei älteren ArbeitnehmerInnen zeigt deutlich, dass
es richtig ist, das Sparpaket so anzulegen, dass die
ArbeitnehmerInnen länger gesund und arbeitsfähig bleiben werden",
sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. Bestätigt sieht er
aber auch die Forderungen des ÖGB, die Arbeitgeber zu bestrafen, die
ältere Menschen auf die Straße setzen: "Ein Bonus-Malus-System ist
notwendig, darauf haben sich alle Sozialpartner im Papier von Bad
Ischl geeinigt. Im Stabilitätspaket der Regierung ist davon aber
leider nichts zu finden."

Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist im Jahresabstand um 6,1
Prozent gestiegen - bei den Über-50-Jährigen ist ein Anstieg um mehr
als 10,3 Prozent zu verzeichnen. "Deshalb sollte die Regierung auch
die geplanten Verschärfungen bei der Altersteilzeit noch einmal
überdenken. Wenn nämlich durch den Entfall der Blockvariante ganze
Branchen von der Altersteilzeit ausgeschlossen werden, wird sich das
noch einmal negativ auf die Altersarbeitslosigkeit auswirken", so
Achitz.

Leiharbeit: Überlasser wälzen Unternehmerrisiko auf ArbeitnehmerInnen
und AMS ab

Mit 12,9 Prozent mehr vorgemerkten Arbeitslosen ist der Anstieg im
Bereich der Arbeitskräfteüberlassung doppelt so stark wie im
Durchschnitt. "Hier zeigt sich, dass die LeiharbeiterInnen als erste
arbeitslos gemacht werden, weil sie von den Überlassern sofort
gekündigt werden, wenn sie gerade keinen Auftrag haben.", sagt
Achitz. Das Unternehmerrisiko der Leiharbeitsfirmen wird auf die
Beschäftigten und in weiterer Folge auf die Arbeitslosenversicherung
abgewälzt. "Aus diesem Grund ist die im Stabilitätspaket vorgesehene
Auflösungsabgabe so wichtig, denn sie trifft genau jene Branchen, die
ihre Kosten auf die SteuerzahlerInnen abwälzen", so Achitz.

Höhere Ausgleichstaxen für Unternehmen, die keine Behinderten
beschäftigen

Bei den behinderten Personen sind um 13,2 Prozent mehr arbeitslos
gemeldet als vor einem Jahr. "Hier zeigt sich, dass die Aufweichung
des besonderen Kündigungsschutzes nicht dazu geführt hat, dass die
Wirtschaft mehr Menschen mit Behinderung beschäftigt", sagt Achitz
und fordert "eine erhebliche Anhebung der Ausgleichstaxe, die die
Unternehmen bezahlen müssen, die zu wenig Menschen mit Behinderung
beschäftigen."

Rückfragehinweis:

ÖGB-Kommunikation
   Florian Kräftner
   01 53 444-39 264
   0664 301 60 96
   [email protected]
   www.facebook.at/oegb.at

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