- 24.02.2012, 16:46:35
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Wurm: Khols Aussagen sind abgehoben und weltfremd
Bereits 1992 wurde die Gleichsetzung des Pensionsalters mit 2024 beschlossen
Wien (OTS/SK) - Als "abgehoben und weltfremd" bezeichnet
SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm die heutigen Aussagen von
ÖVP-Seniorenbundobmann Andreas Khol, der "ungerechtfertigte
Frauen-Privilegien" abschaffen und das Frauenpensionsalter rascher
erhöhen will. "Wo sind denn diese Privilegien, Herr Khol? Frauen in
Österreich haben eine Durchschnittspension von 800 Euro. Für den
'guten Tropfen' haben sie weder Zeit noch Geld. Die Frauen betreuen
nämlich meist ihre Enkelkinder, weil es noch zu wenige
Betreuungsplätze für die Kleinsten gibt, sie pflegen Eltern oder
Schwiegereltern und machen den Hauptteil der Hausarbeit", klärt Wurm
den VP-Seniorenchef auf. ****
Außerdem erinnert Wurm den schwarzen Seniorenchef daran, dass bereits
1992 der Beschluss gefasst wurde, das Pensionsalter ab 2024
gleichzusetzen. "Diese Prognose von damals war ohnehin schon zu
optimistisch wie wir heute erkennen müssen, obwohl viele
Verbesserungen erreicht wurden", so die SPÖ-Frauensprecherin heute,
Freitag, gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Da es aber nach wie vor
massive Benachteiligungen gibt, sollte sich aber auch ein
Silberrücken wie Khol mit zynischen Aussagen zurückhalten. In diesem
Zusammenhang verweist Wurm auf die Tatsache, dass ganze 12 bis 15
Prozent der Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sich rein
aus dem Umstand ergeben, dass eine Frau eine Frau ist. Alle Studien
zu diesem Thema und auch der Einkommensbericht des Rechnungshofes und
die Daten der EU-Kommission kommen zu diesem Ergebnis.
Das niedrigere Frauenpensionsalter ist als Maßnahme gedacht, um
Ungerechtigkeiten im Erwerbsleben zwischen Frauen und Männern
zumindest bei der Pension teilweise auszugleichen. Das angebliche
Privileg kann dann aufgehoben werden und das Antrittsalter der Frauen
an das der Männer herangeführt werden, wenn eine Gleichstellung
tatsächlich erreicht wurde. "Derzeit haben wir 24,3 Prozent
Einkommensunterschied bei ganzjähriger Vollbeschäftigung", so Wurm.
So lange Frauen am Arbeitsmarkt nicht gleich viel verdienen und nicht
die gleichen Karrierechancen haben, werden wir auch nicht über
Verschlechterungen in der Pension reden. Wurm zeigt sich erfreut,
dass sich die SPÖ hier durchgesetzt hat und im Sparpaket eine
vorzeitige Anhebung erfolgreich verhindern konnte.
Auch gehen rund 30 Prozent der Frauen von der Arbeitslosigkeit in
Pension, weil sich Unternehmen oft älterer Arbeitnehmerinnen
entledigen. "In Österreich sind zurzeit rund 20.000 Frauen, die älter
als 50 Jahre sind, arbeitslos. Das heißt, jetzt ist es notwendig, die
Arbeitswelt und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Frauen überhaupt
länger arbeiten können. Wenn das schon früher - zu Zeiten Khols -
passiert wäre, dann ginge es den Frauen heute schon besser", so Wurm.
(Schluss) mb/rm
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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