- 22.02.2012, 14:31:12
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Wirtschaftspolitischer Aschermittwoch I: Leitl: Jetzt Weg in Erneuerung starten
Stabile Gesellschaft braucht Wirtschaft mit Werten und Verantwortung - Jungen und Älteren eine Chance geben - Gemeinsam Vision "Österreich 2022" verfolgen
Klagenfurt, 22. Februar 2012 (OTS/Text) - "Eine stabile
Gesellschaft braucht eine Wirtschaft mit Werten und Verantwortung.
Wir können stolz sein auf unsere Österreichischen Unternehmen, die
neben ihrer betriebswirtschaftlichen Verantwortung auch ihre
gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Das beweisen 50.000 neu
geschaffene Arbeitsplätze im letzten Jahr, wie auch die Leistungen
der Wirtschaft für die Ausbildung unserer Jugend oder auch ihre
Steuern und Abgaben, mit denen sie das System und unseren Wohlstand
erhalten", betont Wirtschaftsbund-Präsident Chistoph Leitl im Rahmen
seiner Aschermittwochsrede und ruft gleichzeitig zu mehr Besinnung
auf. "In 'Besinnung' steckt das Wort 'Sinn'. Wir sind alle
aufgefordert, den Sinn unseres Handelns und unseres Wirtschaftens zu
hinterfragen und im Einklang mit den Herausforderungen der Zukunft
neu zu orientieren. Das ist der Grund, weshalb wir den
wirtschaftspolitischen Aschermittwoch ins Leben gerufen haben." ****
"Wer nicht die Kraft hat, sich zu erneuern, hat auch keine Energie,
um zu wachsen. 'Erneuern statt besteuern' war deshalb unsere Devise",
betont der Wirtschaftsbund-Präsident, der bedauert, dass dieser Weg
in der Koalition nur teilweise durchsetzbar war. "Nur fünf Prozent
weniger Ausgaben bei Bund, Länder und Gemeinden und wir hätten kein
Defizit. Stattdessen haben wir ein Sparpaket, in dem weiter Schulden
angehäuft werden", so die kritischen Worte von Christoph Leitl. Jetzt
gelte es, neue Synergieprojekte in Angriff zu nehmen und in die
Zukunft zu investieren. "Ziel muss sein, dass wir kein weiteres
Sparpaket mehr bekommen. Jetzt müssen wir den Weg in die Erneuerung
starten - und zwar nicht gegeneinander sondern miteinander, um
'Abkassierpakete' der Zukunft zu vermeiden."
Ein verstärktes "miteinander statt gegeneinander" fordert der
Wirtschaftspolitiker vor allem von der Bundesregierung: "Für manche
bedeutet 'sozial gerecht', anderen etwas wegzunehmen. Von dieser
Mentalität müssen wir wegkommen. Vielmehr müssen wir uns der Frage
stellen: Wie können wir gemeinsam besser und kostengünstiger werden.
Die Steiermark hat uns gezeigt, wie es gehen könnte. Voves und
Schützenhöfer arbeiten zusammen und bemühen sich, Probleme zu lösen.
Auch Vizekanzler Michael Spindelegger engagiert sich für Lösungen in
diesem Land, und wir geben ihm den nötigen Flankenschutz."
"Wir haben mit dem Reformpaket viel erreicht. Standortschädliche
Belastungen wie Erbschafts-, Schenkungs- und Vermögenssteuer konnten
wir verhindern. Nicht alles, was einer parteipolitischen
Positionierung dienlich ist, ist auch standortverträglich", so Leitl,
der gleichzeitig auf die negativen Entwicklungen für ältere
Arbeitnehmer hinweist. "Den Unternehmen wird ständig vorgeworfen,
dass sie Älteren keine Chance geben. Wenn dann aber der
Lohnnebenkostenvorteil für ältere Arbeitnehmer gestrichen wird, ist
das ein Widerspruch, der nicht nachvollziehbar ist. Gerade hier den
Anreiz wegzunehmen, ist mehr als kontraproduktiv." Was die hohe Zahl
der Frühpensionen betrifft, so nimmt der Wirtschaftsbund-Präsident
die Politik in die Pflicht: "Wenn der Staat eine Türe aufmacht, die
es ermöglicht, in Frühpension zu gehen, darf man den Menschen keinen
Vorwurf machen, wenn sie diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Der
Staat ist aufgefordert, diese Türe zu schließen", verdeutlicht Leitl.
Neben besseren Chancen für die Älteren richtet der
Wirtschaftsbund-Präsident einen kräftigen Appell in Richtung
Jugend-Förderung. "Wir haben in Österreich jährlich 10.000
Jugendliche, die nach der Pflichtschule keinen Weiterbildungsweg
einschlagen, die mit 15 Jahren keine Zukunftsperspektiven haben. Sie
wurden von der Gesellschaft völlig ausgeblendet. Wir als Wirtschaft
haben uns ihrer angenommen", stellt Leitl klar, und weiter: "Ich
kenne keinen jungen Menschen, der keine Begabung hätte. Doch man muss
ihn bei der Hand nehmen, auf ihn eingehen und nicht so lange warten,
bis er isoliert ist."
"Hört den Aufschrei unserer Jugend", appelliert Christoph Leitl, der
zu einer gemeinsamen "Generationenpartnerschaft" aufruft. Nur
gemeinsam können Antworten auf die Fragen der Zukunft erarbeitet
werden. "Wir können stolz auf Österreich sein, doch wo stehen wir in
zehn Jahren? Wir brauchen einen Zukunftsplan für 2022, um auch der
nächsten Generation Zukunftsperspektiven geben zu können", so er
Wirtschaftsbund-Präsident und betont abschließend: "Diese Vision
erfordert die Zusammenarbeit von Regierung, Opposition und
Sozialpartnern. Statt die Zukunft mit kleinlichen parteipolitischen
Streitereien und Schulden aufs Spiel zu setzen, sind alle Beteiligten
gefordert, gemeinsam die Vision für Österreich zu verfolgen."
Rückfragehinweis:
Österreichischer Wirtschaftsbund, Bundesleitung/Presse Mag. Daniela Kinz Pressesprecherin Tel.: +43 (0)1 5054796-47,Mobil: +43 (0)664 2451650 mailto:[email protected] http://www.wirtschaftsbund.at
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