• 20.02.2012, 13:08:13
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GPA-djp-Hohenauer: SchulabbrecherInnen fördern, nicht noch mehr bestrafen!

Die von Kurz zitierte Studie ist Anlass zu einer Radikalreform des Bildungssystems

Wien (OTS) - (GPA-djp/ÖGB) "Gut gemeint ist oft das Gegenteil von
gut gemacht, anders lässt sich die Forderung von Staatssekretär Kurz
nach höheren Geldstrafen für SchulabbrecherInnen beim besten Willen
nicht kommentieren", wundert sich der Jugendvorsitzende in der
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
(GPA-djp), Florian Hohenauer. Natürlich seien die 75.000 Jugendlichen
in Österreich ohne Schulausbildung und ohne Arbeit ein Alarmsignal.
Anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie man diese Entwicklung
stoppen und den Betroffenen helfen könne, indem man Schule und
Ausbildung für sie attraktiver gestalte, falle dem Staatssekretär
nichts besseres ein, als sozusagen mit dem Rohrstaberl zu drohen.++++

"Man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass Strafen nicht
motivieren. Die Jugendlichen brauchen einen Anreiz, um die Schule zu
besuchen", so Hohenauer weiter. Eine Reihe von Umfragen beweisen,
dass ihre eigene Zukunft, also auch ihre Jobaussichten, Jugendlichen
die größte Sorge bereite. Auch Eltern in sogenannten "bildungsfernen
Familien", aus denen laut Studien rund 40 Prozent der
SchulabbrecherInnen kommen, hätten natürlich ein Interesse daran,
dass ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen und damit bessere
Zukunftschancen haben. "Das kann man ihnen, den Kindern genau so wie
den Eltern, aber nur vermitteln, wenn sie Erfolgserlebnisse in der
Schule haben", fordert Hohenauer einmal mehr eine Radikalreform des
Bildungssystems: "Was wir brauchen, sind mehr Ganztagesschulen, in
denen SchülerInnen auch ihre Hausübungen unter fachkundiger Betreuung
machen und endlich die Einführung des modularen Bildungssystems, mit
dem man bei ungenügenden Leistungen nicht mehr ein ganzes Jahr
verliert, sondern eben nur ein Modul noch einmal absolvieren muss.
Das Motto in der Schule muss lauten: Lust statt Frust! Wie man das
erreicht, das sollte der Staatssekretär vor allem auch mit seiner
Partei diskutieren, an der eine ganze Reihe sinnvoller
Reformvorschläge für das Bildungssystem scheitert, ehe er mit einem
Kurzschluss noch mehr Eltern und SchülerInnen frustriert!", so
Hohenauer abschließend.

Rückfragehinweis:

Litsa Kalaitzis
   Gewerkschaft der Privatangestellten,
   Druck, Journalismus, Papier
   Pressesprecherin
   Alfred-Dallinger-Platz 1
   1034 Wien
   Tel.:    05 0301-21553
   Mobil.: +43 676 817 111 553
   Email: [email protected]
   Internet: www.gpa-djp.at

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