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OTS0118   20. Feb. 2012, 13:02

Hohe jüdische Auszeichnung für NR-Präsidentin Barbara Prammer Prammer erhält Prof. Allerhand Gedenk-Menorah von B'nai B'rith


Eine besondere Ehrung erfuhr Nationalratspräsidentin
Barbara Prammer: Im Haus der Europäischen Union wurde ihr am
Sonntagabend von B'nai B'rith Europa die "Prof. Allerhand Gedenk-
Menorah" überreicht. Diese selten vergebene Auszeichnung würdigt
öffentliches Eintreten für Humanität und gegen jede Form von
Diskriminierung.

Barbara Prammers politisches Wirken sei geprägt vom Engagement für
Benachteiligte und vom beherzten Eintreten gegen den Faschismus,
sagte Victor Wagner, Präsident von B'nai B'rith Österreich. Auch hob
er ihre überzeugende soziale Gesinnung und ihre Dialogbereitschaft
hervor. Jacob Allerhand sei ein Mann des Dialogs und der Toleranz
gewesen, für beides stehe die Gedenk-Menorah.

Diese Ehrung hänge nicht alleine mit dem Amt zusammen, gelte nicht
nur der ersten Frau im Staat, sagte Caspar Einem, Bundesminister a.
D., in seiner Laudatio. Geehrt würden vielmehr die Person, ihre
Haltung und ihr Handeln. Einem skizzierte Prammers Lebensweg und
beschrieb sie als eine Frau, die ihre Ziele mit Disziplin, Ehrgeiz
und Zähigkeit verfolge. "Sie nimmt dabei auch in Kauf, Widerstand
überwinden zu müssen, eine Eigenschaft, die in der Politik heute
selten geworden ist." Eine markante Facette in Prammers Leben sei
konkretes soziales Engagement, insbesondere für Frauen und deren
Chancen, aber auch für Homosexuelle und Lesben.

Nicht zuletzt sei Antifaschismus ein wesentliches Motiv für Barbara
Prammers politisches Engagement, führte Einem aus. Er zitierte dazu
aus ihrem vor kurzem erschienenen Buch: "Ich sehe mich als Bürgerin
zur Wachsamkeit gegenüber allen Formen von Totalitarismus, Rassismus
und Nationalsozialismus verpflichtet. Diese Verpflichtung leitet sich
für mich aus der jüngeren Geschichte unseres Landes ab und hat sich
auch mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges keinesfalls
überlebt." Es füge sich gut, dass Prammer Vorsitzende von Kuratorium
und Komitee des Nationalfonds der Republik Österreich sei, sagte
Einem: "Hier repräsentiert eine Persönlichkeit das österreichische
Gemeinwesen bei einer Aufgabe, die kaum glaubwürdiger sein könnte."

"Um für Menschenrechte eintreten zu können, muss man wissen, was
Menschlichkeit ist", sagte der Präsident von B'nai B'rith Europa,
Ralph Hofmann, in seiner Festrede. B'nai B'rith wurde 1843 in New
York von Einwanderern als Hilfsorganisation gegründet und gehört zu
den bedeutendsten jüdischen Organisationen weltweit. Sie setzt sich
für Wohltätigkeit, Toleranz und die Einheit des jüdischen Volkes ein,
bekämpft Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. B'nai
B'rith ist derzeit in 29 europäischen Ländern vertreten.
Die Präsidentin des österreichischen Nationalrats sei in ihrem
Eintreten für Humanität ein Vorbild, sagte Hofmann: "Wir sind sehr
stolz, ihr heute diese Auszeichnung überreichen zu können." Sie sei
"mit großer Zivilcourage immer den richtigen Weg gegangen", ergänzte
Oberrabbiner Chaim Eisenberg.

Prammer dankte für die Auszeichnung, die ihr freilich für etwas
verliehen werde, das für sie Selbstverständlichkeit sei. Sie verstehe
es als zentralen Auftrag an die Politik, sich für die Schwachen in
der Gesellschaft stark zu machen und gegen Diskriminierung,
Antifaschismus, Rassismus aufzutreten. Die Nationalratspräsidentin
bekannte sich auch zur Verantwortung für die eigene Geschichte, die
weder abgestreift noch selektiv wahrgenommen werden könne.
Verpflichtung der Älteren sei es, diese Verantwortung weiterzugeben,
sagte Prammer: "Wir müssen Flammen in die Herzen der jungen Menschen
setzen und sie immun machen gegen Faschismus und Rassismus."

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des Parlaments (www.parlament.gv.at) im Fotoalbum.
(Schluss)

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