• 16.02.2012, 11:01:39
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Königsberger-Ludwig und Huainigg: Gedenkfeier als Beitrag zur Aufarbeitung der Euthanasie an Menschen mit Behinderung

Jugendliche mit und ohne Behinderung setzen im Parlament ein wichtiges Zeichen: Vergangenheit darf sich nicht wiederholen

Wien (OTS/SK) - Ulrike Königsberger-Ludwig, SPÖ-Bereichssprecherin
für Menschen mit Behinderung und Franz-Joseph Huainigg,
ÖVP-Bereichssprecher für Menschen mit Behinderung erachten es als
äußerst wichtig, dass die heurige Gedenkfeier im Nationalrat am 3.
Mai den Menschen mit Behinderung und Kindern gewidmet ist, die Opfer
des Nationalsozialismus wurden. "Es waren unverzeihliche Verbrechen,
die damals an Menschen mit Behinderung verübt worden sind, jenseits
der Menschenwürde und der wissenschaftlichen Ethik", konstatiert
Königsberger-Ludwig und betont weiter, dass die Gedenkstätten
Spiegelgrund und Hartheim Mahnmale für die damaligen Geschehnisse
sind. Huainigg betont, dass "wir die Uhr nicht zurückdrehen können,
aber wir müssen aus der Geschichte lernen, das ist unsere moralische
Verpflichtung. Besonders bei den heutigen Diskussionen über die
Bewertung von behindertem Leben - besonders am Beginn und am Ende des
Lebens - müssen wir wachsam bleiben!" ****

Besonderer Dank gilt, betonten die beiden Bereichssprecher unisono,
den Nationalratspräsidenten Barbara Prammer und Fritz Neugebauer, die
sich für den heurigen Themenschwerpunkt eingesetzt haben.
Anknüpfungspunkte bei der Gedenkfeier im Parlament sind das Schloss
Hartheim und der Wiener Spiegelgrund, also zwei Euthanasieanstalten
des Deutschen Reiches, in denen Kinder mit Behinderung und
pflegebedürftige Kinder gequält und ermordet worden sind.

Am Spiegelgrund in Wien war während der "Kinder-Euthanasie" die
zweitgrößte "Kinderfachabteilung" des Deutschen Reiches angesiedelt.
Es fanden etwa 700 bis 800 Euthanasiemorde an intellektuell
behinderten Kindern statt. Federführend war der Leiter der
Säuglingsabteilung, Heinrich Gross, der dafür nie rechtskräftig
verurteilt wurde.

Das Schloss Hartheim im Bezirk Eferding (Oberösterreich) wurde 1940
zu einer Tötungsanstalt im Rahmen des NS-Euthanasieprogramms T4
umgebaut. Zwischen 1940 und 1944 starben hier mehr als 30.000
vorwiegend behinderte Menschen, die von den Nationalsozialisten als
"lebensunwert" klassifiziert worden waren.

Heute dienen sowohl das Schloss Hartheim als auch der Spiegelgrund
als Lernstätten mit besuchenswerten Ausstellungen.
Königsberger-Ludwig und Huainigg betonen wie wichtig es war, dass
behinderte und nichtbehinderte Jugendliche die beiden Gedenkstätten
mit ihren Ausstellungen besucht und sich in Schreib- und
Medien-Workshops mit der Vergangenheit auseinandergesetzt haben. Die
Ergebnisse der Workshops werden am 3. Mai 2012 im Hohen Haus von den
Jugendlichen selbst präsentiert. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass
nicht nur den Opfern gedacht wird, sondern dass von behinderten und
nichtbehinderten Jugendlichen auch ein Faden zur Gegenwart und zum
Zusammenleben in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft gezogen wird,
unterstreichen die beiden Bereichssprecher unisono.

AVISO

PROGRAMM: Jugendprojekt anlässlich Gedenktag 2012 am 3. Mai 2012

TITEL: Reflexion und Anerkennung

10.00 Uhr: Begrüßung und Vorstellung der Gruppen sowie Programm 10.10
Uhr: Reflexion und Präsentation des Erarbeiteten 11.45 Uhr:
Zusammenfassung: "Was wollen wir den Politiker/innen heute sagen?"
12.15 Uhr: Mittagessen
13.00 Uhr: Vorbereitung auf das Zeitzeugengespräch, Vorstellung
Friedrich Zawrel
13.15 Uhr: Zeitzeugengespräch
14.15 Uhr: Diskussion und Gespräch mit dem Zeitzeugen
15.00 Uhr : Kaffeepause
15.30 Uhr: Gespräch mit Politiker/innen
17.00 Uhr: Programmende

Moderation ganztägig: Hannah Lessing
(Schluss)

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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