- 16.02.2012, 08:43:41
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FPÖ-Jannach: ÖVP-Bauernbündler entpuppen sich als AGRANA-Lobbyisten
Wien (OTS) - "Die Sinnhaftigkeit in Bezug auf den Klimaschutz
durch die Produktion oder den Einsatz von Bio-Treibstoffen ist noch
lange nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt", urteilt der
freiheitliche Agrarsprecher NAbg. Harald Jannach "und trotzdem
erklären die ÖVP-Bauernvertreter einhellig die absolute
Sinnhaftigkeit der Einführung von E10 in Österreich."
Einen Grund sieht Jannach in der engen Verflechtung des Bauernbundes
und der ÖVP mit dem Agrana-Konzern und seiner weiteren Entwicklung.
Fritz Kaltenegger, ehemaliger Bauernbunddirektor und Generalsekretär
der ÖVP, übernahm am 1. Dezember einen Managementjob bei der Firma
Agrana. Er ist laut unwidersprochenen Zeitungsberichten zuständig für
das Geschäftsfeld Weizenstärke und das Vorantreiben von E10-Ethanol.
"Es ist schon auffällig, dass sich zufällig der
ÖVP-Landwirtschaftsminister und der ÖVP-Bauernbund nun so vehement
für die E10-Einführung aussprechen", sieht Jannach eindeutig
politische, persönliche und auch geschäftliche Verflechtungen der ÖVP
mit der AGRANA.
Fünf Millionen Euro Agrargelder im Jahr 2009 für Agrana
Zudem ist auch bekannt, dass die Agrana einer der größten
Agrarförderungsbezieher in Österreich ist. "2009 erhielt die
Agrana-Gruppe mehr als 5 Millionen Euro Agrarförderungen und im Jahr
2010 nochmals über 900.000 Euro" zitiert Jannach aus der
Transparenzdatenbank. "Den großen Konzerne wie der Agrana verschafft
die ÖVP und der Bauernbund Millionen an Bauerngeldern, während bei
den echten, aktiven Bauern die Unterstützungen - wie jetzt gerade
beim Agrardiesel - massiv gekürzt werden", so Jannach. Agrana hat
einen Jahresumsatz von ca. 2,5 Mrd. Euro und ein Geschäftsergebnis
von um die 200 Millionen Euro. "Millionenförderungen aus
Bauerngeldern sind für Industrie- und Handelskonzerne nicht
gerechtfertigt", fordert Jannach endlich eine gesetzliche
Förderobergrenze, die solche Millionenförderungen für einzelne
Betriebe verhindert.
Inserate für Bauernbund-Zeitungen und Bauernkalender
"Es hat schon einen schlechten Beigeschmack, dass ÖVP-Politiker wie
z. B. Kaltenegger, so mir nichts dir nichts in Führungspositionen der
Agrana gehievt werden", so Jannach, "aber wenn dann in der
Bauernzeitung oder im ÖVP-Bauernkalender immer wieder Inserate der
Firma Agrana auftauchen, dann weiß der gelernte Österreicher, was er
davon zu halten hat."
Agrana "beobachtet" Gesetzesinitiativen genauestens ...
Aus dem Agrana-Geschäftsberichten 2009/10 und 2010/11: "Ein Wegfall
oder eine Verminderung der Beimischungsmenge würde das
Geschäftsmodell des Bereiches Bioethanol wesentlich negativ
beeinflussen." Und dann kryptisch: "Öffentliche Diskussionen und
Gesetzesinitiativen zu diesem Thema werden genauestens beobachtet und
analysiert ..."
Berlakovich für Beibehaltung der Zuckerquote
Interessant ist auch der Einsatz der Landwirtschaftsminister für die
Zuckerquote. "Bei der notwendigen und von der großen Mehrheit der
Milchbauern geforderten Beibehaltung der Milchquote rührt Berlakovich
keinen Finger und lässt die Milchbauern im Regen stehen", ist Jannach
verwundert, dass "er sich aber massiv für die Beibehaltung der
Zuckerquote einsetzt". "Unnötig zu erwähnen, dass auch die
Zuckerindustrie in Österreich für die Beibehaltung der Zuckerquote
ist", so Jannach abschließend.
Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub Tel.: 01/ 40 110 - 7012 mailto:[email protected] http://www.fpoe-parlamentsklub.at http://www.fpoe.at
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