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OTS0034   8. Feb. 2012, 09:13

GLOBAL 2000 zu Sparpaket: Umweltschädliche Privilegien abschaffen!

Umweltschützer sehen großes Einsparungspotenzial bei Steuerbegünstigungen für Firmenwagen


Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht die
Debatte um ein Sparpaket in Österreich auch als Möglichkeit,
umweltschädliche Subventionen einzusparen: "Die Bundesregierung soll
vor allem dort den Sparstift ansetzen, wo Steuervergünstigungen
ökologisch kontraproduktiv wirken," sagt Johannes Wahlmüller, Klima-
und Energiesprecher von GLOBAL 2000. Großes Potenzial bietet sich bei
der Abschaffung von steuerlichen Privilegien für Dienstwagen, die
auch privat genutzt werden. Eine EU-Studie gibt die
Steuerbegünstigung in Österreich mit 1,6 Mrd. Euro an.
Oberklassewagen werden in Österreich auf diese Weise mit bis zu 30
Prozent subventioniert: "Diese umweltschädlichen Privilegien für
Manager und Besserverdiener sind in Zeiten wie diesen einfach nicht
mehr aufrechtzuhalten. Wer auf große und umweltschädliche Wagen
steht, soll diese auch selber zahlen," fordert Wahlmüller.

Zum Hintergrund: Dienstwagen, die privat genutzt werden, müssen zwar
als Sachbezug versteuert werden, der Kalkulationssatz ist aber mit
1,5 % viel zu niedrig angesetzt und reflektiert nicht den
tatsächlichen Wert des Fahrzeugs. Dem Staat entgehen sowohl
Einkommenssteuer als auch Sozialabgaben. Zusätzlich ist dieser
Sachbezug mit 600 Euro pro Monat gedeckelt, was bedeutet, dass teure
Oberklassewagen besonders begünstigt sind und deshalb auch vermehrt
als Dienstwagen angeschafft werden. So beträgt der Anteil an
Dienstwagen im Luxussegment schon mehr als 80 Prozent, auch bei
Sportwagen beträgt der Anteil den Angaben des VCÖ zufolge schon mehr
als 50 Prozent: "Problematisch ist, dass Dienstwagen nur recht kurze
Nutzungszeiten aufweisen. Wenige Jahre danach bestimmen diese Autos
dann den Gebrauchtwagenmarkt. Das hat den Effekt, dass die
Fahrzeugflotte, die in Österreich unterwegs ist, viel
klimaschädlicher ist als sie ohne diese massive steuerliche
Begünstigung von Firmenwagen wäre", erklärt Wahlmüller.

Im Zuge des Sparpakets kann die Bundesregierung diesen Steuervorteil
einfach abbauen, indem der Kalkulationssatz auf mindestens 2,4
Prozent erhöht wird und vor allem die Deckelung für Luxusfahrzeuge
aufgehoben wird. "Faire Regeln der Besteuerung müssen auch für
Manager und Besserverdiener gelten. Die Bundesregierung soll das
jetzige Sparpaket dazu nutzen, diese umweltschädlichen und unfairen
Privilegien abzuschaffen," betont Johannes Wahlmüller abschließend.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0034 2012-02-08 09:13 080913 Feb 12 GLL0001 0352



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