• 06.02.2012, 09:57:04
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GLOBAL 2000 zu Fukushima: "Kaltabschaltung" der Reaktoren bleibt weiter Fiktion

Temperaturanstieg in Reaktor 2 zeigt, dass Betreiberfirma Tepco mit der Menschheit experimentiert.

Wien (OTS) - Die heute gemeldeten Temperaturwerte für den Boden
des zerstörten Reaktors 2 zeigen, dass die Atomkatastrophe von
Fukushima noch lange nicht vorbei ist. Innerhalb von einer Woche
stieg die Temperatur von 45 GradCelsius am Boden des
Reaktordruckbehälters wieder auf 73,3 GradCelsius an, wofür die
Betreiberfirma keine Erklärung liefern kann. "Alles was die Betreiber
derzeit tun, ist unvorstellbare Massen von Wasser - eine halbe
Million Liter pro Tag - in die Reaktoren zu leiten, um die immer noch
extrem heißen Lavaklumpen der geschmolzenen Reaktorkerne unter dem
Siedepunkt des Wassers zu halten", so Reinhard Uhrig, Atomexperte von
GLOBAL 2000. "Hinzu kommt, dass auch in Japan winterliche
Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt herrschen, was in Fukushima
immer wieder zum Einfrieren der provisorischen Kühlschläuche führt."

Die Reaktoren werden durch ein behelfsmäßiges System aus
Schläuchen gekühlt, die immer wieder lecken oder durch Frost
beschädigt werden - immer wieder wird das Austreten von großen Mengen
von hochradioaktivem Wasser bemerkt, das im Untergrund versickert und
das Grundwasser der Gegend großflächig kontaminiert oder direkt in
den Pazifik ausläuft. Derzeit werden über 10.000 Liter pro Stunde in
den Reaktor 2 geleitet, weitere 15.000 Liter pro Stunde in die
Reaktoren 1 und 3. "Von den unvorstellbaren Wassermengen, die hier
mit hochradioaktiven Stoffen in Kontakt kommen und kontaminiert
werden, laufen immer noch große Mengen aus und gelangen in die
Biosphäre", so Uhrig.

Laut Betreiberfirma droht bei einem vollständigen Ausfall der
Kühlung innerhalb von 48 Stunden wieder eine vollständige
Kernschmelze der Brennelemente-Klumpen, die immer noch eine
Nachzerfallswärme von 0,04 % der ursprünglichen Reaktorleistung
entwickeln - zwischen 0,6 und 0,9 MW pro Reaktor.
"Wir fordern die Betreiberfirma Tepco und die japanische Regierung
dazu auf, mit den kriminellen Experimenten auf Kosten von
Menschenleben endlich aufzuhören. Die internationale
Staatengemeinschaft muss eine Sondersitzung der Internationalen
Atomenergie-Organisation IAEA einberufen und die Kontrolle über die
außer Kontrolle geratenen Reaktoren übernehmen", fordert Uhrig.
"Durch Experimente mit der Wasserzufuhr kam es bereits im Herbst
wieder zur Bildung von großen Wasserstoffmengen, die beinahe zu einer
weiteren Wasserstoffexplosion im Nuklearkomplex Fukushima geführt
hätte. Es ist unverantwortlich von den Regierungen, hier weiter
tatenlos zuzusehen."

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria
   [email protected]
   
   Lydia Matzka-Saboi:
   mobile: +43/(0) 676 749 41 50
   other: +43/1/812 57 30 - 23
   [email protected]
   
   Nunu Kaller:
   mobile: +43/(0) 699 14 2000 20
   other: +43/1/812 57 30 - 20
   [email protected]

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