- 03.02.2012, 09:00:00
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Jetzt im Freien arbeiten! Ein Wahnsinn.
GBH-Muchitsch: Kältewelle trifft Bauarbeiter besonders hart
Wien (OTS/ÖGB) - Das Arbeiten im Freien ist für jeden Laien
derzeit unzumutbar. Dennoch gibt es Baustellen, auf welchen
Bauarbeiter zur Arbeit "gezwungen" werden. Für den neuen
Bau-Holz-Chef Josef Muchitsch ein Skandal. ++++
Bereits vier Menschen sind seit letztem Wochenende in Österreich
erfroren. Haustiere vermeiden es, ins Freie zu gehen. Dennoch sieht
man Baustellen, auf denen Menschen arbeiten müssen. Die Telefone
laufen bei der Bau-Gewerkschaft in ganz Österreich heiß. Derzeit sind
rund 156.000 Bauarbeiter auf Baustellen beschäftigt.
GBH-Bundesgeschäftsführer Herbert Aufner: "Seit 1954 gibt es in
Österreich ein Schlechtwetterentschädigungsgesetz. Bei unzumutbaren
Witterungsbedingungen im Freien sind die Arbeiten einzustellen und es
gebührt in der Winterperiode - 1. November bis 30. April - für
höchstens 192 ausfallende Arbeitsstunden ein Einkommensersatz von 60
Prozent aus einem eigens geschaffenen Schlechtwetterfonds. Dieser ist
jährlich mit rund 40 Millionen Euro dotiert. Die Finanzierung erfolgt
über Beiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit je 0,7 Prozent vom
Bruttolohn. Von der Arbeitsmarktverwaltung gibt es einen jährlichen
Bundeszuschuss in der Höhe von 2,5 Millionen Euro."
Muchitsch: "Das Problem liegt bei der Entscheidung über Zumutbarkeit
oder Unzumutbarkeit. Diese liegt laut derzeitiger Gesetzesgrundlage
ausschließlich beim Arbeitgeber bzw. beim unmittelbaren Vorgesetzten
auf der Baustelle. Ich appelliere daher an die Menschlichkeit und
Fürsorgepflicht der Arbeitgeber und Baustellenverantwortlichen: Bei
diesen Temperaturen Arbeiter ins Freie zu schicken ist
unverantwortlich. Die Folgen sind gesundheitliche Schäden. Das kann
es nicht sein! Sogar bei Winterbauoffensiven sind bei unzumutbaren
Witterungsbedingungen die Arbeiten einzustellen."
Die aktuellen Fälle der letzten Tage beweisen, dass das
Schlechtwetterentschädigungsgesetz zahnlos ist. Grund genug für den
neuen Bau-Holz-Chef Muchitsch, zukünftig klare Richtlinien
einzufordern: "Wir werden mit unserem Bausozialpartner die
Verhandlungen aufnehmen und versuchen, dem Gesetz Zähne zu geben.
Unser Ziel ist, einen Tätigkeitskatalog für Arbeiten im Freien mit
zumutbaren Temperaturen festzulegen. Unglaublich! Dem Beton wird bei
Minusgraden Frostschutzmittel beigemischt, damit der Beton keinen
Schaden erleidet. Was ist mit möglichen Erfrierungen bei
Bauarbeitern?"
Rückfragehinweis:
GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef Muchitsch, 0664/614 55 42, [email protected]
GBH-Bundesgeschäftsführer Mag. Herbert Aufner, 0664/614 55 57, [email protected]
GBH-Presse, Thomas Trabi, 0664/614 55 17, [email protected]
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