• 01.02.2012, 12:30:17
  • /
  • OTS0148 OTW0148

GPA-djp/vida: Gesundheits- und Sozialbereich nicht krank sparen

Heute Demonstrationen in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt

Wien (OTS) - BITTE SPERRFRIST 14 UHR BEACHTEN

(vida/GPA-djp/ÖGB). "Wir können nicht zulassen, dass der
gesamtgesellschaftlich so wichtige Gesundheits- und Sozialbereich
krank gespart wird", sind sich GPA-djp Bundesgeschäftsführerin Dwora
Stein und der stellvertretende vida-Vorsitzende Willibald
Steinkellner einig. Heute, am 1. Februar demonstrieren in Wien, Linz,
Graz und Klagenfurt Beschäftigte und BetriebsrätInnen für eine
kräftige Lohn- und Gehaltserhöhung für die mehr als 100.000
Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich.++++

Nach mehreren Verhandlungsrunden verweigern die Arbeitgeber den
Beschäftigten sowohl beim BAGS-Kollektivvertrag (Berufsvereinigung
von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe) als auch beim
Caritas-Kollektivvertrag eine faire Einkommenserhöhung. Die Angebote
liegen nach wie vor unter der Teuerungsrate, die im Jahresschnitt
2011 bei 3,3 Prozent lag.

Steinkellner: "Wir zeigen die Scheinheiligkeit auf, der die
Beschäftigten ausgesetzt sind"

In den vergangenen Jahren ist der Arbeitsdruck im privaten
Gesundheits- und Sozialbereich enorm angestiegen. Die Organisationen
und Vereine kalkulieren mit äußerst knappen Personalressourcen,
laufendes Einspringen gehört für viele Beschäftigte zum
Arbeitsalltag. Trotz harter Arbeit liegt die Entlohnung um 17 Prozent
unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt. "Es ist Zeit, die
Scheinheiligkeit aufzuzeigen, mit der die Politik, aber auch die
Arbeitgeber agieren", sagt der stellvertretende vida-Vorsitzende
Willibald Steinkellner. "Alle reden von der Zukunftsbranche Pflege
und Betreuung. Aber wenn es ums Zahlen geht, drücken sich alle",
kritisiert der Gewerkschafter. Die Beschäftigten im Gesundheits- und
Sozialbereich sind 365 Tage rund um die Uhr im Einsatz. "Diese
Leistung gibt es nicht zu Dumpingpreisen", verlangt Steinkellner
einen fairen Kollektivvertragsabschluss.

Stein übt Kritik an familienfeindlichen Arbeitsbedingungen in der
Branche

"Die unbezahlte Betreuungsarbeit innerhalb der Familie wird
größtenteils von Frauen geleistet. Deshalb wollen wir gerade in
diesem Bereich, in dem 80 Prozent der Beschäftigten Frauen sind,
durchsetzen, dass sowohl die Elternkarenz und als auch die
Hospizkarenz auf die Vorrückungen im Lohn- und Gehaltsschema
angerechnet werden", fordert GPA-djp Bundesgeschäftsführerin Dwora
Stein.

"Absolut abzulehnen ist jegliche Flexibilisierung bei der
Arbeitszeitgestaltung. Schon jetzt werden Dienstpläne oft zu spät
ausgegeben oder nachträglich geändert. Das ist vor allem für alle,
die sich neben dem Beruf um Kinder oder andere Angehörige kümmern,
überaus problematisch", so Stein abschließend.

Der BAGS-Kollektivvertrag gilt für rund 90.000 Beschäftigte aus dem
privaten Sozial- und Gesundheitsbereich, der Caritas-Kollektivvertrag
für die rund 12.000 Beschäftigten der Caritas. Große Arbeitgeber in
der BAGS sind beispielsweise das Österreichische Hilfswerk, die
Lebenshilfe Österreich, die Volkshilfe, Caritas Socialis, das
Kuratorium Wiener Penionisten Wohnhäuser, das Berufliche Bildungs-
und Rehabilitationszentrum (BBRZ) oder die Jungarbeiterbewegung.

Die Kollektivvertragsverhandlungen mit der Berufsvereinigung der
Arbeitgeber im Gesundheits- und Sozialbereich (BAGS) werden am 20.
Februar fortgesetzt, jene mit der Caritas am 22. Februar. Sollte es
bei diesen Terminen zu keiner Einigung kommen, ist mit weiteren
gewerkschaftlichen Maßnahmen zu rechnen.

Rückfragehinweis:

GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit
   Mag. Elisabeth Schnallinger
   Tel.: 05 0301-21386
   Mobil: 05 0301-61386
   E-Mail: [email protected]
   http://www.gpa-djp.at
   
   vida-Öffentlichkeitsarbeit
   Mag. Martina Fassler
   Tel: 0664/614 57 32 oder 01/53444 79-260
   [email protected]
   www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel