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OTS0169   31. Jan. 2012, 12:51

GPA-djp fordert mehr Politische Bildung und Abschaffung von Pflichtpraktika

SchülerInnen-Umfrage ergab große Zufriedenheit mit dem Umfeld in der Schule, weniger mit dem Bildungssystem; jeder Zweite arbeitet neben der Schule oder in den Ferien


Österreichs SchülerInnen ab 15 Jahren
sind zufrieden mit ihrem schulischen Umfeld, größtenteils auch mit
ihren LehrerInnen, weniger aber mit dem Bildungssystem. Sie fühlen
sich nicht ausreichend informiert über die verschiedenen Schultypen
und wünschen sich außerdem, dass im Unterricht mehr politische und
sozialpolitische Themen vermittelt werden sollen. Jede/r Zweite ab 15
Jahren arbeitet bereits regelmäßig neben der Schule oder in den
Ferien, das sind die Eckpunkte der Ergebnisse der ersten
SchülerInnen-Umfrage, die IFES im Auftrag der GPA-djp als zuständige
Gewerkschaft für Österreichs SchülerInnen durchführte.

Vorbereitung auf die Arbeitswelt schon in der Schule

"Mehr als 37 Prozent, also ein sattes Drittel, fühlen sich schlecht
informiert, jede/r Zehnte sogar sehr schlecht, was die Wahl ihrer
weiterführenden Schule betrifft. Wir sprechen uns deswegen für die
Einführung einer Berufs-, Bildungs- und Arbeitsweltorientierung als
Unterrichtsfach ab der 6. Schulstufe aus", erklärt
GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian, dem vor allem auch mehr
politische Bildung ein großes Anliegen ist. Die Umfrage ergab klar,
dass sich die SchülerInnen stark für Themenbereiche wie
Antirassismus, Integration, Umwelt, Gleichberechtigung etc.
interessieren, weniger aber für Innenpolitik. "Da ist also auf der
einen Seite großes Interesse da für Themenbereiche, die die
Jugendlichen persönlich betreffen, auf der anderen Seite fehlt es am
Verständnis und am Wissen darüber, dass viele dieser Bereiche
natürlich von der Innenpolitik geregelt werden. Da muss man
nachdenken, was falsch läuft in der Kommunikation, die Zusammenhänge
müssen besser vermittelt werden", fordert Katzian mehr politische
Bildung in der Schule im Rahmen eines eigenen Unterrichtsfachs.

"Wir wissen aus unserer täglichen Arbeit, dass SchülerInnen von
Unternehmen manchmal auch als billige oder gar als
Gratis-Arbeitskräfte missbraucht werden. Deswegen fordern wir die
Abschaffung der Pflichtpraktika", erklärte GPA-djp-Jugendsekretärin
Barbara Kasper. Stattdessen sollen Programme zur Berufserfahrung
eingeführt werden, die während der Unterrichtszeit, mit klarem,
fachspezifischem Tätigkeitsbereich als "normales Dienstverhältnis
bzw. Arbeitsverhältnis" mit kollektivvertraglicher Entlohnung
durchgeführt werden.

Detailergebnisse der Umfrage:

36 Prozent der insgesamt 300 befragten SchülerInnen besuchen eine
AHS, 25 Prozent eine HTL, 14 Prozent eine HAK und die restlichen 25
Prozent "sonstige berufsbildende Schulen".

Was die Zufriedenheit in der Schule anbelangt, sind die Befragten
allgemein mit ihren MitschülerInnen am zufriedensten (Mittelwert nach
Schulnotensystem 1,6). Darauf folgen die Ausstattung der
Räumlichkeiten (2,1), das Schulnotensystem und das Lehrpersonal
(jeweils 2,2). Die größte Unzufriedenheit zeigen die SchülerInnen mit
den Lehrplänen (2,3).

Mit dem österreichischen Bildungssystem insgesamt sind die
SchülerInnen am wenigsten zufrieden, wobei es Unterschiede zwischen
den einzelnen Schultypen gibt: SchülerInnen von sonstigen
berufsbildenden Schulen (2,3) und HTL (2,4) bewerten das System
besser als jene in HAK und AHS (jeweils 2,7).

Bei politischen Themen sind für die SchülerInnen vor allem
sozialpolitische Fragen interessant, wie die Berufs- und Arbeitswelt,
für die sich 81 Prozent der Befragten interessieren, gefolgt von
Bildung (78 Prozent) und der Gleichberechtigung von Frauen (73
Prozent).

Ein Anliegen ist den SchülerInnen auch Antirassismus und
Antifaschismus (65 Prozent), für Integration von Ausländern (63
Prozent) und das Schulrecht (61 Prozent). 36 Prozent der Befragten
finden es "sehr wichtig", dass sich die Schule im Sinne politischer
Bildung der genannten Themen annimmt, weitere 54 Prozent finden es
"eher wichtig". Die SchülerInnen stimmen zu 90 Prozent zu, dass sich
die Schule bei der Vermittlung der politischen Themen einbringen
soll. 59 Prozent der AHS-SchülerInnen und 36 Prozent der
BHS-SchülerInnen empfinden die bisherige Vermittlung als ungenügend.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0169 2012-01-31 12:51 311251 Jän 12 NGB0007 0583



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Tel.: 05 0301-21553
Mobil.: +43 676 817 111 553
Email: litsa.kalaitzis@gpa-djp.at
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