• 31.01.2012, 12:02:57
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  • OTS0149 OTW0149

Kriterienkatalog Wasserkraft: WWF kritisiert Berlakovich

Zentrale Naturschutzkriterien wurden nicht berücksichtigt

Wien (OTS) - Der WWF kritisiert, dass der heute in Kraft tretende
Wasserkatalog nach langen Verhandlungen dennoch keine No-Go-Zonen
enthält. Die Forderung der EU-Wasserdirektoren, solche Zonen als
zentrales Element für eine strategische Planung einzurichten, wird
von Umweltminister Niki Berlakovich beharrlich ignoriert. "Für den
WWF ist hier keine strategische Planung erkennbar. Ohne die
Errichtung von Ausschlussgebieten bleibt eine klare und
nachvollziehbare Zonierung der österreichischen Gewässer durch die
Wasserkraft zahnlos und ist aus Sicht des WWF nicht ausreichend. Der
Wasserkatalog ist keine Entscheidungsgrundlage für den vernünftigen
Ausbau der Wasserkraft, sondern ein Ermöglichungskatalog für die
Pläne der E-Wirtschaft", so WWF-Experte Christoph Walder.

Der WWF kritisiert auch die fehlende Rechtsverbindlichkeit des
Katalogs. "Im Grunde handelt es sich bei dem Katalog um einen Erlass
des Ministers, der von den Wasserbehörden umgesetzt werden kann oder
auch nicht. Außerdem ist inakzeptabel, dass das Hauptaugenmerk des
Kataloges auf der Umsetzung von Einzelprojekten liegt und eine
ausreichende strategische Ebene fehlt. Das war mit dem Minister
anders vereinbart", erklärt Walder. Dieser Eiertanz des
Umweltministers um den Profitaltar der E-Wirtschaft kann das Aus für
die letzten Flussjuwele wie Isel oder Sulm bedeuten. "Die prinzipiell
richtigen fachlichen Kriterien im Katalog wurden durch den Einfluss
der E-Wirtschaft wieder zur Makulatur", so Walder.

In Österreich sind nur mehr 30 Prozent der Fließgewässer in einem
natürlichen oder naturnahen Zustand. Rund 60 große und hunderte
kleine Kraftwerksprojekte bedrohen nun die letzten natürlichen und
naturnahen heimischen Flüsse. Der WWF hat bereits deutlich gemacht,
dass der Totalausbau der Flüsse dem Stromhunger in Österreich nicht
gewachsen ist und den Bedarf nur für einige Jahre abdecken kann. Das
Rezept für die Erhaltung unserer Flüsse liegt im Energiesparen und im
Ausbau der Effizienz, so der WWF.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, Email: [email protected].
Mag. Christoph Walder, WWF-Flussexperte, Tel. 0676-9255430.

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