OTS0113   30. Jan. 2012, 11:35

FPÖ: Winter: Kulturministerium lässt Freilichtmuseum Stübing finanziell ausbluten

Vorsitzender des Stübing-Kuratoriums spricht von möglicher Zahlungsunfähigkeit noch in diesem Jahr


"Manche Themen sind für die Bundesregierung wie
politische Eintagsfliegen. Sobald sie aus den Medien verschwunden
sind, verschwinden sie auch aus den Köpfen der Politiker", ärgert
sich die steirische FPÖ-Politikerin NAbg. Susanne Winter. Besonders
sauer stößt ihr die immer noch prekäre Finanzlage des
Österreichischen Freilichtmuseums Stübing (ÖFM) auf.

Wie nämlich der Präsident des Kuratoriums der Stübing-Stiftung,
Landeshauptmannstellvertreter. a.D. Prof. Kurt Jungwirth, in einer
aktuellen E-Mail an alle steirischen Nationalratsabgeordneten
bekanntgibt, müsse das Museum noch "in diesem Jahr
Zahlungsunfähigkeit anmelden, wenn keine Verbesserung der Situation
eintrete". Gesamteinnahmen in Höhe von 1.257.570 Euro in der Saison
von 1. April bis 31. Oktober 2011 stünden Ausgaben von rund 1.340.000
Euro gegenüber. Die Ministerien, mit dem für Museen zuständigen
Unterrichtsministerium, würden versuchen, sich aus Stübing zu
verabschieden, so Jungwirth. Während das Land Steiermark jährlich
350.000 Euro beisteuere, beschränke sich die Subvention aus dem
Kulturministerium auf läppische 73.000 Euro.

"Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat im Herbst des Vorjahres
zugesagt, dass der Fortbestand jedenfalls bis 2013 gesichert sei.
Parallel dazu würde auch ein Prozess der Neuorientierung stattfinden.
Angesichts des Alarmsignals des Kuratoriumsvorsitzenden hat sich
Schmids Tatendrang in den vergangenen Monaten wohl lediglich auf
leere Versprechungen beschränkt", kritisiert Winter die bislang
verabsäumte vertragliche Einigung.

Zwar könne keine Museumseinrichtung in Österreich kostenmäßig
selbstdeckend geführt werden, jedoch erreiche das Freilichtmuseum
Stübing einen beachtlichen Eigenfinanzierungsanteil von über 50
Prozent. Gegenüber 2004 wurden die Eigenleistungen von 318.150 Euro
auf 662.770 Euro erhöht. Die kontinuierliche Steigerung der
Besucherzahl auf derzeit rund 60.000 pro Jahr könne - abgegrenzt von
den Museen in der Bundeshauptstadt - ebenfalls als außerordentlich
positiver Vergleichswert zu anderen heimischen Museen gesehen werden.

Die steirische FPÖ-Abgeordnete fordert Schmied jetzt eindrücklich
auf, von der stiefmütterlichen Behandlung des Freilichtmuseums
abzurücken und sich abseits der identitätslosen linken
Zeitgeistkultur endlich auch einmal für das kulturelle Erbe unseres
Landes zu interessieren: "Nirgendwo sonst als in Stübing können
Kinder und Erwachsene die vergangene bäuerliche Kultur und Lebensart
besser kennenlernen. Mit den dortigen Aktionstagen wird altes
Kunsthandwerk gepflegt und großes historisches Brauchtum an die
Bevölkerung herangetragen", so Winter. Das Österreichische
Freilichtmuseum Stübing brauche dieselbe Finanzierungssicherheit und
ein jährlich abgesichertes Budget wie die unzähligen Wiener Museen,
die der Ministerin jedoch scheinbar mehr zu Gesicht stehen würden.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
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