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OTS0052   28. Jan. 2012, 21:00

Zahlen für die große Masse


Untertitel: Statistiken helfen
dem Einzelnen und Politikern, die Masse einzuordnen. Das kann
kritisch sein.

Einleitung: Egal, ob Sex, Politik oder Wirtschaft: Ständig werden wir
mit Statistiken informiert - viele werden falsch verwendet.

Rein statistisch betrachtet, lesen Menschen gerne Statistiken. Genau
gesagt: Jeder Dritte mag diese lesen. Vielleicht liegt das daran,
dass man sich als Einzelner in die Masse der Mitmenschen gerne
einordnet. Jüngste Veröffentlichung dieser Woche: 83 Prozent der
Österreicher fühlen sich besonders wohl in ihrer Haut, wenn in der
Familie und in der Partnerschaft alles in Ordnung ist. Und 59 Prozent
ist "Humor" bei anderen wichtig. Das ergab eine Umfrage des Linzer
Marktforschungsinstituts market. Was hier dem Unterhaltungswert des
Einzelnen dient und ein Gefühl von "dann bin ich treuer Spießer nicht
ganz unnormal" vermittelt, hat in der Politik andere Auswirkungen:
Hier sind Statistiken u.a. Grundlage für Entscheidungen. Politiker
müssen wissen, wie das Volk lebt. Nicht nur, wenn es um die Bewertung
der sozialen Lage der Menschen geht, zählt der Mikrozensus (pro
Quartal werden hier rund 22.500 zufällig ausgewählte Haushalte in
ganz Österreich befragt). Aussagekräftige und repräsentative
Statistiken zu erheben, ist aufwändig und teuer. Wenn sie nicht von
staatlichen Stellen in Auftrag gegeben werden, steckt dahinter eine
Firma.
Eine Gruppe namhafter deutscher Wissenschafter wehrt sich nun gegen
den Missbrauch von Statis tiken: Diese will laut einem Bericht der
Wochenzeitung Die Zeit regelmäßig Statistiken herauspicken, prüfen
und die "Unstatistik des Monats" veröffentlichen. Mit den
zugrundeliegenden Zahlen würde zu oft falsch umgegangen und Falsches
behauptet. Einer der Statistik-Kritiker heißt Gerd Gigerenzer,
Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Die
Aktion mag nicht spektakulär sein oder überraschen, sollte aber
aufhorchen lassen. Ganz im Sinne von einem Zitat, das Winston
Churchill angeblich gesagt haben soll: "Ich glaube nur der Statistik,
die ich selbst gefälscht habe."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0052 2012-01-28 21:00 282100 Jän 12 PTT0001 0310



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