• 27.01.2012, 10:55:28
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GPA-djp-Stein bei Auschwitz-Gedenken: Dem Ungeist Zivilcourage entgegensetzen

Verschärfung sozialer Gegensätze ist Nährboden faschistischer Ideologie

Wien (OTS) - (GPA-djp/ÖGB) "Im Konzentrationslager Auschwitz
wurden insgesamt 1,4 Millionen Menschen ermordet, damals war vor der
mörderischen Tat das hetzerische Wort. Heute ist es in Österreich
möglich, Wahlkämpfe mit rassistischen und fremdenfeindlichen Parolen
zu führen. Es ist möglich, dass Rechtsextreme im Büro des Dritten
Nationalratspräsidenten arbeiten. Es ist möglich, dass Menschen, die
nicht hier geboren oder die auf die Mindestsicherung angewiesen sind,
als ,Sozialschmarotzer\x{2588} diffamiert werden. Und es ist möglich, dass
Rechtsextreme aus ganz Europa am heutigen Tag der Befreiung von
Auschwitz in der Hofburg tanzen", eröffnete die
Bundesgeschäftsführerin der GPA-djp, Dwora Stein heute vormittag ihre
Rede bei der Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des KZ
Auschwitz-Birkenau am Wiener Heldenplatz.

Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus bleibe eine
symbolische Geste, wenn es nicht gelinge, zu handeln, so Stein:
"Niemals vergessen heißt daher, niemals wieder zuzulassen, dass
Menschen aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen
diffamiert oder verfolgt werden."
Es gehe nicht nur darum, gegen den offensichtlichen Rassismus und
gegen offene Gewalt aufzutreten, erklärte Stein: "Es geht auch um die
scheinbar harmlosen Haltungen im Alltag - wenn gehetzt wird gegen
Menschen, weil sie anders sind oder weil Sündeböcke gesucht werden
für Entwicklungen, die Angst machen." Jeder und jede Einzelne seien
aufgerufen, diesem Ungeist einen Geist der Zivilcourage
entgegenzusetzen.
Stein erinnerte an Rosa Jochmann, die als Überlebende des KZ
Ravensbrück Zeit ihres Lebens als Mahnerin gegen das Wiederaufkeimen
von Faschismus und Antisemitismus auftrat. "Rosa Jochmanns zentrale
Botschaft lautete: Nie wieder. In diesem Sinne werden wir immer
dagegen ankämpfen, dass rassistisches und antisemitisches Gedankengut
gesellschaftliche Akzeptanz findet."
Eine Sanierungspolitik, die soziale Gegensätze verschärfte und den
meisten Menschen ihre Lebensgrundlage und ihre Hoffnung nahm, habe
den faschistischen Regimes damals den Weg zur Macht geebnet. "Eine
solche Politik schafft die Basis für Hass, Wut und Resignation und
führt zur Zementierung autoritärer Machtverhältnisse, das sollten
alle bedenken, die bei der Sanierung von Staatshaushalten die
Zerstörung sozialer Netze in Kauf nehmen", appellierte Stein
abschließend: "Antifaschistisches Gedenken bedeutet daher auch, für
eine Politik einzutreten, die den Menschen ein Leben in Würde und
Freiheit sichert. Unsere Aufgabe ist es also, für soziale
Gerechtigkeit, für Freiheit und für Demokratie zu kämpfen - damit
das, was einmal Wirklichkeit war, nie wieder möglich wird!"

Rückfragehinweis:

Litsa Kalaitzis
   Gewerkschaft der Privatangestellten,
   Druck, Journalismus, Papier
   Pressesprecherin
   Alfred-Dallinger-Platz 1
   1034 Wien
   Tel.:    05 0301-21553
   Mobil.: +43 676 817 111 553
   Email: [email protected]
   Internet: www.gpa-djp.at

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