- 20.01.2012, 13:37:21
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Armutskonferenz befürchtet Kürzung bei Notstandshilfe und Beratungsstellen
Soziales Netz muss gerade dann halten, wenn man es am meisten braucht
Wien (OTS) - Mit Sorge verfolgt die Armutskonferenz die in den
jüngsten Tagen publik gewordenen Kürzungsvorschläge in der
Notstandshilfe. Wenn diese umgesetzt werden, drohen auch in
Österreich Entwicklungen wie sie in Deutschland im Zuge der
Hartz-IV-Maßnahmen zu beobachten sind. Einsparungen im unteren
sozialen Netz führen zu einer Abwärtsspirale, die Armutssituationen
verschärft und verlängert. Zudem würde es die Zahl der Personen im
untersten Netz massiv erhöhen: Während in Österreich derzeit 1% der
Bevölkerung Mindestsicherung beziehen, sind in Deutschland 10% im
Hartz-IV-System.
Um die Abwärtsspirale zu verhindern, ist zudem auch zukünftig ein
ausreichendes Angebot an Beratungsstellen und sozialen
Dienstleistungen notwendig. Wenn im Sparpaket auch an diesen Stellen
gekürzt wird, verschlechtern sich die Chancen aus der Armut
herauszukommen weiter. Gerade für jene, die es sich nie gedacht
hätten, dass sie einmal von Armut betroffen sein werden, sind
Beratung und Hilfe wichtig, um möglichst rasch wieder Fuß fassen zu
können.
Das soziale Netz muss gerade dann halten, wenn man es am meisten
braucht. Jetzt dort zu kürzen, bedeutet Armutsrisken zu erhöhen,
statt Armut nachhaltig zu bekämpfen. Die Armutskonferenz erinnert die
österreichische Bundesregierung an ihre im Rahmen der
Europa-2020-Strategie eingegangene Verpflichtung, die Armut in den
nächsten Jahren um mindestens 20% zu reduzieren.
Rückfragehinweis:
Martin Schenk, Tel. 0664-5445554; Michaela Moser, Tel. 0676-5442646
Die Armutskonferenz
www.armut.at
01/ 402 69 44
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