• 19.01.2012, 12:52:53
  • /
  • OTS0159 OTW0159

Kadenbach: "Kein Gold im Hausmüll - EU-Parlament für bessere Entsorgung von Elektro-Altgeräten"

Altgeräte können künftig beim Händler zurückgegeben werden

Wien (OTS/SK) - Heute, Donnerstag, wurde im EU-Parlament in
Straßburg der Neufassung der Elektro- und Elektronik-Altgeräte
zugestimmt. "Es ist uns gelungen, einen Kompromiss auszuhandeln, der
im Sinne der Verbraucher und vor allem der Umwelt ist", so die
SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach gegenüber dem Pressedienst der
SPÖ. Die Neufassung sieht vor, dass künftig Kleingeräte von
Elektro-Händlern zurückgenommen werden müssen. "Diese Bestimmung war
längst überfällig. Wenn dem Konsumenten ermöglicht wird, Handys,
MP3-Player und ähnliches nahe seinem Wohnort bequem zu entsorgen,
können wir vermeiden, dass diese Kleingeräte im Hausmüll landen",
unterstreicht Kadenbach. "Wir müssen uns bewusst sein, dass wir mit
jedem unachtsam weggeworfenen Handy auch Gold wegwerfen. Eine Tonne
Mobiltelefone enthält rund 300 Gramm Gold. Der Goldgehalt von Erz
beträgt ein bis zwei Gramm pro Tonne", erläutert die Abgeordnete, die
Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments ist. ****

Sie verweist darauf, dass die fachgerechte Entsorgung dieser
Kleingeräte auch deshalb so wichtig sei, da diese - neben Gold - oft
Metalle der seltenen Erde enthalten. "Diese Metalle werden
hauptsächlich in China und Indien abgebaut. Durch eine höhere
Recyclingquote können wir unsere Abhängigkeit von diesen Ländern
verringern, was positiv für den Wirtschaftsstandort Europa ist", sagt
Kadenbach.

Deshalb wurde in der Neufassung der Richtlinie auch eine neue
Sammelkategorie eingeführt, die jene IT-Geräte umfasst, die diese
seltenen Erden beinhalten. Als unbegründet bezeichnet die
EU-Abgeordnete auch die Ängste der Händler, dass die Rücknahme hohe
Kosten verursachen werde. "Nur große Geschäfte mit einer Größe über
400 Quadratmeter müssen kleine Geräte zurücknehmen, ohne dass der
Kunde etwas kauft. Dies kann aber für die betroffenen Geschäfte auch
eine Chance sein, werden durch die Rücknahmestellen doch potentielle
Kunden ins Geschäft gelockt", so Kadenbach.

Dass es höchst an der Zeit ist, die Sammelquote bei
Elektro-Altgeräten zu erhöhen, zeigen auch die aktuellen Zahlen:
Derzeit werden rund 65 Prozent der in Verkehr gebrachten Elektro- und
Elektronik-Altgeräte getrennt gesammelt, nur die Hälfte davon wird
aber nach den Vorgaben der derzeitigen Richtlinie recycelt. Der Rest
wird entweder unsachgemäß behandelt oder illegal in Drittländer
gebracht. Dort werden scharfe Chemikalien eingesetzt, um die
Rohstoffe aus den Geräten herauszulösen. "Das birgt eine große Gefahr
für die Umwelt, da Schadstoffe oftmals ungefiltert in den Boden
eindringen und auch für die Arbeitnehmer, die ohne Schutz diesen
Giftstoffen ausgesetzt sind", betont Kadenbach. "Eine höhere
Recyclingquote ist deshalb nicht nur zu unserem Vorteil, sondern
hilft auch den Menschen in den ärmeren Ländern, die zu
Niedrigstlöhnen diese gefährliche Arbeit verrichten müssen."
(Schluss) bj/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel