OTS0121   16. Jan. 2012, 13:00

GLOBAL 2000 zu Treibhausgasbilanz: Mehr ist weniger!

Umweltschützer fordern ein Klimapaket der Regierung - Sinnvolle Investitionen bringen effektive Reduktionen


Wien (OTS) - Heute präsentierte Umweltminister Nikolaus Belakovich
die Treibhausgasbilanz Österreichs 2010. Johannes Wahlmüller,
Klimaexperte bei GLOBAL 2000, stellt fest: "Dass die
Treibhausgasemissionen wieder gestiegen sind, zeigt, dass Österreich
nicht auf Zielkurs ist - es muss mehr für den Klimaschutz getan
werden. Die genannten 30 Millionen Tonnen CO2 Zielverfehlung werden
Österreich teuer zu stehen kommen, es drohen Kosten von bis zu einer
Milliarde Euro in Zeiten, in denen die Regierung Milliarden einsparen
muss."

Die größten Sorgenkinder sind Industrie und Verkehr. Besonders im
Verkehr sieht GLOBAL 2000 Einsparpotential: "Es wird immer noch auf
das falsche Pferd gesetzt, indem der Autobahnbau vorangetrieben
wird", sagt Wahlmüller: "Die nur 19 Kilometer lange Lobauautobahn
wird bis zu drei Milliarden Euro kosten und ist verkehrspolitisch
obendrein unsinnig."

Allerdings zeigt die heute präsentierte Bilanz auch auf, dass - an
richtiger Stelle - Investitionen nötig sind: "Durch reines Sparen
werden wir die Ziele nicht erreichen, auch Klimaschutz kostet Geld",
betont Wahlmüller. Insbesondere sollen Investitionsanreize für
Gebäudesanierungen nicht dem Schuldenhammer zum Opfer fallen: "Im
Gegenteil, diese Anreize müssen sogar gestärkt werden. In diesem
Bereich liegt großes Potential leider brach - von einer
Sanierungsrate von drei Prozent, wie in der Klimastrategie vorgesehen
- ist man immer noch weit entfernt. In diesen Bereich sinnvoll zu
investieren, würde nicht nur Klimaschutz, sondern auch Arbeitsplätze
und einen Modernisierungsschub in diesem Land bedeuten", erklärt der
Klimaexperte von GLOBAL 2000.

Doch am dringendsten notwendig ist eine Reform des
Klimaschutzgesetzes, wie von GLOBAL 2000 bereits seit Jahren
gefordert. Das derzeitige Gesetz ist viel zu schwach. Johannes
Wahlmüller erklärt abschließend: "Es braucht langfristige Ziele, eine
Zuteilung von Kompetenzen und einen Sanktionsmechanismus, der
sicherstellt, dass die Maßnahmen auch umgesetzt werden. Das
Klimaschutzgesetz ist derzeit leider zahnlos und zu spät gekommen -
das ist sicherlich mitschuld an der verpatzten Klimabilanz
Österreichs."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
161300 Jän 12 GLL0001 0332



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