• 11.01.2012, 12:31:33
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WWF enttäuscht über Freispruch für Kärntner Bärenmörder

Wien (OTS/WWF) - Wien, Klagenfurt, am 11. Januar 2012 - Mit
Enttäuschung und Unverständnis reagiert der WWF auf den heutigen
Freispruch jenes Kärntner Jägers, der im Juni 2009 den Braunbären
"Roznik" im Grenzgebiet zu Slowenien illegal erschossen haben soll.
"Es ist unfassbar, das es in Österreich, das so stolz auf sein
Umweltbewusstsein ist, möglich ist, sich ungestraft über Naturschutz-
und Jagdgesetze hinwegzusetzen, und streng geschützte Tierarten
abzuschießen!", erklärt WWF-Bärenexperte Christian Pichler geschockt.

Zwar würde man das Bemühen der Staatsanwaltschaft und der Ermittler
sowie des Kärntner Landesjagdverbandes, die die Aufklärung des Falles
vorangetrieben haben, anerkennen, so der WWF. "Das Ergebnis ist aber
ernüchternd, und ein völlig falsches Signal an Menschen, die das
Jagdrecht möglicherweise nicht so ernst nehmen", sagt Pichler.

Bei einem derartig sensiblen Bärenvorkommen wie in Kärnten, wo fünf
bis acht Männchen vermutet werden, zähle jedes einzelne Individuum,
so der WWF. Auch bei anderen gefährdeten Arten wie dem Seeadler oder
Kaiseradler, häufen sich in Österreich die Fälle illegal geschossener
Tiere. Auch beim Wolf, von dem im Jahr 2011 deutlich weniger
Individuen als 2010 nachgewiesen wurden, liegt die Vermutung nahe,
dass diese Tiere nicht alle abgewandert sind. "Wollen wir unsere
gefährdeten Arten nun ein zweites Mal endgültig ausrotten?", fragt
sich Pichler.

In Kärnten sei es jetzt umso wichtiger, dass LH-Stv. und
Naturschutzreferent Uwe Scheuch und Agrar-Landesrat Josef Martinz
aktiv den Bärenschutz vorantreiben, und endlich das international
längst übliche genetische Monitoringprogramm starten. "Nur die
DNA-Analyse der Bärenspuren liefert wissenschaftlich haltbare Daten
über das tatsächliche Bärenvorkommen. Erst dann können gezielte
Schutzmaßnahmen gesetzt werden."

Kärnten ist das wichtigste Schlüsselgebiet für die natürliche
Wiederbesiedlung der Alpen durch den Braunbären. Im gesamten
Alpenraum werden derzeit nur etwa 45 Braunbären vermutet.

Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: [email protected]

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