- 04.01.2012, 11:57:41
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Armutskonferenz: 2012 - Überfluss besteuern, in Zukunft investieren, Armut bekämpfen!
Einnahmen bei Vermögen weisen weniger dämpfende Wirkung auf die Volkswirtschaft auf und helfen sozialer Polarisierung gegenzusteuern.
Wien (OTS) - Um wachsender sozialer Polarisierung gegenzusteuern,
drängt die Armutskonferenz darauf, im Jahr 2012 den Schwerpunkt auf
"Überfluss besteuern, in Zukunft investieren, Armut bekämpfen" zu
legen.
"Entscheidend wird sein, die Konjunktur nicht abzuwürgen. Dann
geht es darum, die Nachfrage nicht zu demolieren, besser noch sie zu
erhöhen; besonders nach gesellschaftlich sinnvollen Gütern und
Dienstleistungen. Weiters zeichnet sich eine vorausschauende Politik
2012 darin aus, in Zukunftssektoren zu investieren; in jene Bereiche,
die gesellschaftlich und volkswirtschaftlich entscheidend werden. Und
schließlich muss auf die gerechte Verteilung von Belastungen geschaut
werden. Das bedeutet gerade nicht, dass jeder gleich viel zur
Budgetkonsolidierung beitragen muss", so die Armutskonferenz, deren
Mitgliedsorganisationen 500.000 Hilfesuchende im Jahr betreuen und
unterstützen.
Ausgabenkürzungen bei öffentlichen Investitionen, Dienstleistungen
und Sozialtransfers sind schädlicher für Konjunktur, Beschäftigung
und sozialen Ausgleich. Hingegen weisen Einnahmen bei Vermögen und
bei Schichten mit hoher Sparneigung weniger dämpfende Wirkung auf die
Volkswirtschaft aus. Ausgabenkürzungen im Umfang von 1 % des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) reduzieren das BIP zwischen einem halben
und eineinhalb Prozent. Einnahmenerhöhungen im Umfang von 1 %
verringern das BIP zwischen 0 und 1 %.
Eine gerechte Verteilung nützt allen. Das WIFO hat die
gesamtwirtschaftliche Wirkung einer Umverteilung von 1 Milliarde von
ganz oben zum unteren Drittel analysiert. Aufgrund der
unterschiedlichen Konsum- und Sparneigung erhöht sich die Nachfrage
um 0,4 Mrd. Euro, das BIP um 0,3 Mrd. Euro und die Zahl der
Beschäftigten um 3000.
Angesichts der Entwicklung zunehmender sozialer Polarisierung in
Europa warnt die OECD vor mehrfachen Risiken: "Zunehmende
Ungleichheit schwächt die Wirtschaftskraft eines Landes, sie
gefährdet den sozialen Zusammenhalt und schafft politische
Instabilität - aber sie ist nicht unausweichlich", so
OECD-Generalsekretär Angel Gurria.
In die Zukunft investieren - Bildung, Schule und Kinderbetreuung
"Es muss europaweit richtig investiert werden und von den
Profiteuren der letzten Jahre, den obersten 10 Prozent, ein
entscheidender Beitrag zu den Krisenkosten einverlangt werden", fasst
die Armutskonferenz zusammen. Das heißt: "In die Zukunft investieren
mit Bildung, Forschung, Kinderbetreuung und Pflege, Konjunktur nicht
abwürgen, Jobs schaffen, Budget konsolidieren, Schwächen des
Sozialstaats korrigieren, seine Stärken optimieren. Wer sozialer
Polarisierung mit all ihren negativen Folgen für die ganze
Gesellschaft gegensteuern will, muss nicht nur für die Stabilisierung
des Finanz- und Bankensektors eintreten, sondern auch für die
Stabilisierung des sozialen Ausgleichs."
Rückfragehinweis:
Die Armutskonferenz.
Tel.: 01/ 402 69 44 oder 0664/ 544 55 54
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