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OTS0028   3. Jan. 2012, 09:52

Bluthochdruck: ÖsterreicherInnen unterschätzen ihr persönliches Risiko


Der generelle Informationsstand zu Bluthochdruck und
dessen Gefahren ist in Österreich zwar sehr hoch, das persönliche
Risikobewusstsein aber extrem gering. Das ist das zentrale Ergebnis
einer im renommierten Fachmagazin "American Journal of Hypertension"
veröffentlichten Studie des Instituts für Sozialmedizin an der MedUni
Wien.

Nur jeder Dritte der 1.005 Befragten gab an, in den vergangenen
drei Monaten eine Blutdruckmessung durchgeführt zu haben. Acht
Prozent hatten überhaupt noch nie ihren Blutdruck überprüft.
"Alarmierend ist vor allem, dass 61 Prozent glauben, Bluthochdruck
sofort oder nach einiger Zeit selbst bemerken zu können. Dabei geht
Hypertonie häufig ohne oder mit ganz wenigen Symptomen einher.
Bluthochdruck ist ein 'silent killer'", sagt Sabine Steiner von der
Universitätsklinik für Innere Medizin II der MedUni Wien (Abteilung
für Angiologie).

Bluthochdruck (Hypertonie) ist mit hoher Sterblichkeit in Folge
von Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall
verbunden. Jährlich werden der Hypertonie rund 7,6 Millionen Tote
weltweit zugeschrieben. Bluthochdruck steht somit neben dem
Zigarettenrauchen ganz oben auf der Liste der Risikofaktoren, die für
ein frühzeitiges Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen und
erhöhtes Sterberisiko verantwortlich sind. 15 Prozent der
Österreicher gaben in der repräsentativen Befragung an, Bluthochdruck
zu haben, signifikant mehr als in einer vor 10 Jahren gleichermaßen
durchgeführten Untersuchung. Im Alter steigt die Rate deutlich: bis
zu 70 Prozent der über 70-Jährigen haben hohen Blutdruck.

Eigene Blutdruckwerte wissen
"Ältere Menschen sind auch mehr sensibilisiert und messen ihren
Blutdruck häufiger als die Jungen", sagt Anita Rieder vom Zentrum für
Public Health der MedUni Wien. Dabei ist das Interesse am eigenen
Risiko die Grundvoraussetzung für präventive Maßnahmen. "Das ist in
Österreich mangelhaft. Insbesondere Menschen unter 30 wissen nicht,
was normale Blutdruckwerte sind - geschweige denn, wie ihre eigenen
Blutdruckwerte aussehen." Dabei sind die Risikofaktoren für
Bluthochdruck wie Übergewicht und Bewegungsmangel in der Bevölkerung
sehr gut bekannt und auch Herzinfarkt oder Schlaganfall wurden in der
Befragung in eine starke Beziehung zur Hypertonie gesetzt. Dagegen
war nur jedem Dritten bekannt, dass es auch einen Zusammenhang
zwischen Hypertonie und Nierenerkrankungen sowie Demenz gibt. Wenig
bekannt ist auch, dass zu hoher Salzkonsum ein Hypertonierisiko
darstellen kann.

Die Ergebnisse der Studie, bei der das Blutdruck-Bewusstsein der
ÖsterreicherInnen in den vergangenen 30 Jahren untersucht wurde, sind
ein Plädoyer für mehr Eigenverantwortung: "Wir appellieren an jeden
einzelnen, sich über den eigenen Blutdruck zu informieren", so
Rieder. Bereits im Jugendalter sei die Blutdruckmessung ratsam, auch,
weil Hypertonie eine genetische Komponente haben kann. "Und der
Hypertonie-Risikofaktor Adipositas wird bei Jugendlichen auch
häufiger", sagt Steiner.

Ernährungs-Empfehlungen für Bluthochdruck-PatientInnen
Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung hat mit dem
Institut für Sozialmedizin, Zentrum für Public Health der
Medizinischen Universität Wien, und der Österreichischen Gesellschaft
für Hypertensiologie ein Positionspapier zur richtigen Ernährung bei
Hypertonie ausgearbeitet. Die wichtigsten Punkte, um das
kardio-vaskuläre Risiko zu senken:

- Einschränkung des Kochsalzkonsums auf fünf Gramm pro Tag.
- Alle Personen mit Hypertonie sollten Normalgewicht anstreben.
- Ratsam ist nur mäßiger Alkoholgenuss: Für Männer maximal 20 Gramm
(rund ein Viertel Wein bzw. 0,5 Liter Bier), für Frauen 10 Gramm pro
Tag.
- Empfohlen wird eine obst-, gemüse- und getreidereiche Ernährung mit
einem Schwerpunkt auf Milchprodukte mit niedrigem Fettgehalt sowie
magerem Fleisch, Geflügel und Fisch sowie Nüsse und Samen. Verzehr
kaliumreicher Lebensmittel wie Obst oder Hülsenfrüchte.

Service: American Journal of Hypertension
"Blood Pressure Awareness in Austria: Lessons from a 30 Years
Horizon." Sabine Steiner, Thomas E. Dorner, J. George Fodor, Michael
Kunze, Anita Rieder. American Journal of Hypertension 24, 408-414.
doi: 10.1038/ajh.2010.257.

Positionspapier der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung zu
Hypertonie und Ernährung. Infos: www.oege.at

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0028 2012-01-03 09:52 030952 Jän 12 MEU0001 0604



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