• 15.12.2011, 10:00:33
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Investitionen in die Infrastruktur als Schlüsselfaktor für den Energieumbau

Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bei Alpbach Talks am 14.12. in Wien

Vor den Experten des Europäischen Forum Alpbach diskutierten unter der Moderation von Erhard Busek, Wolfram Wellßow (Inhaber des Lehrstuhls für Energiesysteme und -management an der Technischen Universität Kaiserslautern), Reinhard Brehmer (Spartensprecher Netze von Oesterreichs Energie), Alexander Karner (Geschäftsführer Erneuerbare Energie Österreich), Bundesminister Nikolaus Berlakovich und Christof Zernatto (Sprecher des Forum Versorgungssicherheit).

Wien (OTS) - Die Zukunft des europäischen Energiekonzeptes sowie
dessen Auswirkungen für Österreich standen im Mittelpunkt der
Veranstaltung "Blackout oder Energieschub - wie schafft Europa die
Umstellung auf ein nachhaltiges, umweltverträgliches und leistbares
Energiesystem" des Forum Versorgungssicherheit in Kooperation mit dem
Europäischen Forum Alpbach und der Wiener Zeitung am 14.12. in der
Wiener Albertina. Unter der Moderation von Erhard Busek diskutierten
Nikolaus Berlakovich, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft, der Netz-Spartensprecher von
Oesterreichs Energie, Reinhard Brehmer, Alexander Karner,
Geschäftsführer Erneuerbare Energie Österreich, der Wissenschaftler
Wolfram Wellßow sowie Christof Zernatto, Sprecher des Forum
Versorgungssicherheit.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Notwendigkeit von
höherer Energieeffizienz sowie intelligente Netze erfordern in den
nächsten Jahren sowohl in Europa als auch in Österreich riesige
Investitionsschübe.

Die Energiepolitik in Europa steht vor einer großen
Herausforderung. Die politische Zielsetzung ist klar und wurde
europaweit wie auch national in diverse Richtlinien und
Gesetzgebungen gegossen. "Nun ist es an der Zeit, die Theorie einem
Praxistest zu unterziehen", fordert Christof Zernatto, Sprecher des
Forum Versorgungssicherheit, in seinem Eingangsstatement. "Die von
allen Seiten gewünschte Energiewende wird nur so erfolgreich sein wie
die Qualität der dafür notwendigen Infrastruktur. Denn nur mit einem
funktionierenden Stromnetz kann ein nachhaltiges, umweltverträgliches
und leistbares Energiesystem in Europa und seinen Mitgliedstaaten
geschaffen werden", betont Zernatto.

Wolfram Wellßow, Inhaber des Lehrstuhls für Energiesysteme und
-management an der Technischen Universität Kaiserslautern, erklärte:
"Die in Deutschland geforderte Steigerung des Anteils erneuerbarer
Energieerzeugung von derzeit 17 % auf 80 % in 2050 ist mit den
bewährten Konzepten nicht zu leisten. Es braucht vielmehr ein neues
Systemkonzept, das weiter greift als die bisherigen kurzfristig
gedachten Pläne." Vermehrte erneuerbare Erzeugung erfordere auch
Standorte, die Akzeptanz in der Bevölkerung fänden. Weiters merkte
Wellßow an, dass alle wirtschaftlich und technisch verfügbaren
Speicherformen genutzt werden müssten und die wachsende
Erzeugungsleistung mit einem massiven Ausbau der Übertragungs- und
Verteilernetze einhergehen müsse.

Umweltminister Nikolaus Berlakovich betonte in seinem Statement
die Bedeutung des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Österreich für
die nationale Eigenversorgung und Stärkung der
Energieversorgungssicherheit: "Der Weg in Richtung Energieautarkie
bedarf großer Anstrengung und eines langfristigen Umbaus unseres
Energie- und Wirtschaftssystems. Dabei geht es um keine Insellösung,
sondern um eine nachhaltige Energieversorgung im europäischen
Verbund. Bis 2050 kann Österreich ausreichend Energie aus Wasser,
Sonne, Wind und Biomasse erzeugen", so Bundesminister Berlakovich.

Auch für Alexander Karner, Geschäftsführer Erneuerbare Energien
Österreich, steht die Energieversorgung Österreichs - wie auch jene
Europas - vor entscheidenden Herausforderungen.

"Mit den 2020-Zielen hat sich Österreich verpflichtet, bis 2020
34% des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen
aufzubringen. Das angestrebte Ziel ist durchaus schaffbar, wenn man
bedenkt, dass bereits heute der Anteil an erneuerbaren Energien 31
Prozent beträgt.

Die alleinige Einhaltung von Zielvorgaben aus Brüssel und die
Verwaltung von umgesetzten Projekten wird in der österreichischen
Energiepolitik zu wenig sein, um die Energiewende in den drei
Sektoren Wärme, Strom und Treibstoff entscheidend voranzubringen. Es
braucht neue langfristige Perspektiven und Rahmenbedingungen anstatt
eine kurzfristig greifende Förderpolitik."

Für Reinhard Brehmer, Spartensprecher Netze von Oesterreichs
Energie, sind zukunftsweisende Rahmenbedingungen das Gebot der
Stunde, da die Investitionen zur Erneuerung und zum Ausbau der
Stromnetze in Österreich derzeit alleine von den regionalen
Netzbetreibern getragen würden. "Während die Unternehmen über einen
Projektverlauf von zehn bis 15 Jahren die anfallenden Kosten
bewältigen müssen, sind die Investitionen von Seiten der zuständigen
Behörde nur bis zum Ende der aktuellen Regulierungsperiode, also
maximal vier Jahre, gesichert." Die Unternehmen bräuchten jedoch von
Beginn an Klarheit über die Anerkennung ihrer Investitionen, forderte
Brehmer und zeigte außerdem auf, dass es für die Integration der
Erzeuger erneuerbarer Energie zusätzliche Mittel braucht - nicht
zuletzt wegen eines Mengenrückgangs für die Netzbetreiber bei
steigenden Kosten.

Abschließend kamen alle Diskutanten zu dem Schluss: Neuer Strom
braucht neue Netze. Nur durch einen massiven Ausbau der
Energieinfrastruktur werden die Stromnetze den zukünftigen
Herausforderungen gewachsen sein.

Details zum Forum Versorgungssicherheit

Das Forum Versorgungssicherheit ist ein gemeinnütziger Verein. Er
setzt sich für die langfristige Sicherung und Erhaltung der hohen
Qualitätsstandards der österreichischen Energie- und Wasserversorgung
ein. Das Forum wird bereits von mehr als 200 bedeutenden
Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und
Sport getragen.

www.versorgungssicherheit.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Mag. Karin Steyrer oder Mag. Karin Wiesinger
   Forum Versorgungssicherheit
   Siebensterngasse 31, 1070 Wien
   Tel.: +43 (1) 524 43 00 
   Mail: [email protected] 
   [email protected]

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