• 13.12.2011, 12:56:33
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Innsbruck: Maskierte COBRA räumt Tierschutzblockade des ÖVP-Bauernbundes

Mittels Feuerwehrkran und Winkelschleifer wurden die TierschützerInnen nach 4 1/2 Stunden entfernt - 15 AktivistInnen festgenommen, 7 davon noch in Haft

Innsbruck (OTS) - Heute bereits knapp vor 6 Uhr früh hatten sich 2
TierschützerInnen mit D-Locks in das Eingangstor der Zentrale von
ÖVP-Bauernbund und Landwirtschaftskammer in der Brixnerstraße in
Innsbruck gekettet und damit den Zugang blockiert. Zusätzlich wurde
die Türe verbarrikadiert. Kurz darauf ließen sich 2 AktivistInnen vom
Dach an der Außenfassade mit einem Transparent "ÖVP blockiert
Kastenstandverbot" ab. Die TierschützerInnen wollten mit ihrer Aktion
gegen die Blockadepolitik der ÖVP in der Frage der Haltung von
Mutterschweinen im Kastenstand protestieren und forderten, dass eine
Tierschutzvertretung in die Verhandlungen über ein Kastenstandverbot
einbezogen werden müsse.

Aufgebrachte Funktionäre des Bauernbunds und der
Landwirtschaftskammer erschienen 2 Stunden später am Tor und wurden
gegenüber einigen der gut 20 TierschützerInnen, die sich zur
Unterstützung der angeketteten AktivistInnen eingefunden hatten,
handgreiflich. Um etwa 9 Uhr sprach ein Polizeisprecher mit den
TierschützerInnen und kündigte eine Räumung an. Zusätzlich
demonstrierte er seine Einstellung gegenüber Tieren, indem er
angesichts eines angeleinten Hundes, der die TierschützerInnen
unterstützte, verlautete, er werde das Tier beschlagnahmen lassen,
sollte es an ihm zu schnüffeln versuchen.

Um etwa 9:30 Uhr wurde von der Polizei überraschend die
Brixnerstraße abgesperrt. Mit gut 10 Polizeifahrzeugen und 2
Feuerwehr-LKWs fuhr das Einsatzkommando auf, gleichzeitig wurde die
Presse in aggressivem Ton des Platzes verwiesen. Ein Dutzend
COBRA-Beamte mit schwarzen Gesichtsmasken und schwerer Bewaffnung
erschienen vor Ort. Uniformierte Polizei nahm einige
TierschützerInnen fest und trug sie in die beiden Arrestwägen, die
vorgefahren waren. Ein Bolzenschneider reichte nicht aus, um die
Schlösser der beiden angeketteten AktivistInnen zu knacken. Deshalb
entfernte die Feuerwehr die Torbarrikade und schnitt dann mittels
Kompressor und Winkelschleifer die beiden angeketteten AktivistInnen
los. Ein Team eines Rettungsfahrzeugs wollte die gefährdeten
TierschützerInnen versorgen.

Maskierte COBRA-Beamte nutzten unterdessen den Feuerwehrkran, um
an die beiden TierschützerInnen, die mit Seilen an der Außenfassade
hingen, heranzukommen. Die AktivistInnen wurden losgeschnitten und
ebenfalls in die Arrestwägen gezerrt. Von den fast 15 vor Ort
festgenommenen TierschutzaktivistInnen wurden letztendlich 7 in
Polizeihaft überstellt.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch kommentiert: "Gewalt ist keine
Lösung dieses Problems. Es ist demokratiepolitisch unerträglich, dass
die ÖVP nicht nur als einzige Partei ein Kastenstandverbot gegen den
Willen einer 80%-Mehrheit blockiert, sondern auch noch den Tierschutz
als Interessensvertretung der Schweine aus den Verhandlungen
ausschließt. Nach Ansicht dieser Fraktion haben Tiere offenbar keine
Interessen, die berücksichtigt und vertreten werden müssen.
Stattdessen ist die ÖVP ausschließlich den Lobbyisten der
Schweineindustrie hörig. Deshalb haben jetzt auch TierschützerInnen
in Linz eine Blockadeaktion der ÖVP-Zentrale von Oberösterreich
begonnen. Und das ist erst der Anfang. Die ÖVP sollte sich lieber
nicht mit der 80%-Mehrheit von Menschen in Österreich anlegen, denen
Tierschutz wichtig ist, sonst findet sie sich bei der nächsten Wahl
unter der 10%-Marke wieder!"

Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, 0699 1 68 55 55 1

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