- 11.12.2011, 11:53:04
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GLOBAL 2000 zu Durban: Durchbruch, aber noch Jahre bis zu neuem Klimaabkommen
Vor allem Industrieländer stehlen sich aus der Verantwortung
Durban (OTS) - Die Klimakonferenz in Durban, von der sich niemand
etwas erwartet hatte, wurde zur Überraschung: Es gelingt tatsächlich
einen Fahrplan für ein Klimaabkommen festzulegen, das alle Staaten
einschließt. Für GLOBAL 2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller
allerdings kein Grund in Jubel auszubrechen: "Eigentlich sollten wir
längst ein Klimaabkommen haben, jetzt kommt das Abkommen erst Jahre
später, vielleicht sogar erst 2020, das geht viel zu langsam," Die
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert darüber hinaus
mangelnde Ambitionen im Klimaschutz: "Wir wissen, dass wir dringend
größere Anstrengungen der Staaten brauchen, aber das war in Durban
nicht einmal Thema. Ein weiteres Jahr im Kampf gegen die Klimakrise
wurde damit verschenkt", erklärt Johannes Wahlmüller.
Hilfe für Entwicklungsländer
Nach einem Verhandlungsmarathon und einer Verlängerung der Konferenz
um einen vollen Tag, wurde das sogenannte "Durban-Package" heute
morgen angenommen: Es enthält die Einrichtung eines "Green Climate
Fund", die Annahme einer zweiten Verpflichtungsperiode des
Kyotoprotokolls und die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die ein
globales Abkommen bis 2015 vorbereiten soll. "Besonders die
Einrichtung des "Green Climate Funds" war eine Priorität der
Südafrikaner", erklärt Wahlmüller. Afrika ist der Kontinent, der wohl
am stärksten von der globalen Erwärmung betroffen ist. "Jetzt muss
der Fond aber auch befüllt werden, damit auch tatsächlich jenen
geholfen werden kann, die es am meisten brauchen", fordert
Wahlmüller.
Industrieländer stehlen sich aus der Verantwortung
Gleichzeitig kritisiert GLOBAL 2000, dass sich vor allem
Industrieländer aus der Verantwortung stehlen: "Ursprünglich war
vorgesehen, dass reiche Industrienationen beispielhaft vorangehen -
jetzt stehlen sich vor allem die USA, Kanada, Japan und Russland für
die nächsten Jahre erst einmal davon, das wird in den Entscheidungen
von Durban einfach toleriert," empört sich Wahlmüller. Erst vor
kurzem hatte eine Studie vom Stockholm Institut (SEI) festgestellt,
dass Entwicklungsländer schon heute mehr zum Klimaschutz beitragen
als Industrieländer. Wahlmüller: "Länder, wo ein großer Teil der
Bevölkerung in Armut lebt, unternehmen mehr Anstrengungen als reiche
Industrieländer - das ist ungerecht und kann nicht einfach
hingenommen werden."
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at
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