• 05.12.2011, 10:09:09
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  • OTS0057 OTW0057

Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen zur PK "Eröffnung der WGKK-finanzierten Psychotherapie-Stelle Wien/Andreasgasse" am 5.12.

Wien (OTS) - Audiatur et altera pars: Wir begrüßen jede
Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung für hilfsbedürftige
Kinder und Jugendliche. Dennoch müssen wir darauf hinweisen, dass die
WGKK mit diesem Projekt den in Österreich üblichen
Behandlungsstandard unterwandert. Den Versicherten wird die ihnen
zustehende Qualität und Sorgfalt im Umfeld von krasser
Mangelversorgung verwehrt. Zudem stiehlt sich die WGKK mit dem
Hinweis auf den Vorrang betriebsökonomischer Kalkulationen vor
langfristiger Effektivität aus ihrer gesetzlichen Verpflichtung einer
ausreichenden und zweckmäßigen Versorgung, indem sie anstelle - und
nicht zusätzlich - dieses für sie billige Projekt etabliert:

Der österreichische Standard bindet die Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapie an das Absolvieren eines
Weiterbildungscurriculums nach oder kurz vor Abschluss einer
Psychotherapieausbildung. Im Ambulatorium Andreasgasse werden in
einem überwiegenden Maß schlecht bezahlte PraktikantInnen die
Psychotherapie übernehmen. Eine individuell angepasste Behandlung von
Kindern mit krankheitswertigen Problemen kann aber nur von adäquat
ausgebildeten und supervidierten PsychotherapeutInnen durchgeführt
werden, die auch adäquat bezahlt werden müssten.

Wollte die WGKK eine grundlegende Versorgungsgerechtigkeit und
einen vernünftigen Versorgungsgrad erreichen, müsste sie in einem
höheren Ausmaß Behandlungskosten in den bestehenden, professionellen
Psychotherapie-Instituten übernehmen und gleichzeitig
kassenrefundierte Psychotherapie bei niedergelassenen Kinder- und
JugendlichenpsychotherapeutInnen sicherstellen. Hohe Selbstbehalte
müssten abgebaut und der Kostenzuschuss zur Psychotherapie - auch in
der Kinder- und Jugendlichentherapie seit 1992 nicht wertangepasst! -
sofort auf mindestens 40 Euro angehoben werden.

10.000 Minderjährige werden im österreichischen Gesundheitssystem
wegen psychischer Diagnosen behandelt. 8.100
Psychopharmaka-Verschreibungen gingen laut Studie der
Sozialversicherungen im Jahr 2009 an Kinder unter 10 Jahren, 26.000
Verschreibungen mit einem großen Anteil von Antidepressiva und
Angstlösern an Jugendliche bis 19 Jahre. Wie viele Kinder und
Jugendliche in psychotherapeutischer Behandlung sind, können die
Kassen aufgrund der schlechten Datenlage nicht sagen. Gehen wir von
der Datenlage der Gesundheit Österreich GesmbH (GÖG/ÖBIG) aus, sind
nur etwa 0,3 bis 0,5 % der Kinder und Jugendlichen in
psychotherapeutischer Behandlung, der Bedarf liegt aber bei
mindestens 2 % der Bevölkerung!

Rückfragehinweis:

Dr.in Eva Mückstein
   Präsidentin des ÖBVP
   
   Dr.in Barbara Burian-Langegger
   Leiterin der Institute für Erziehungshilfe
   Mitglied in der AG Säuglings-, Kinder- und
   Jugendlichenpsychotherapie im ÖBVP
   Sprecherin der Plattform ambulante Psychotherapie in Wien
   
   Dr.in Sonja Kinigadner
   Klientenzentrierte Psychotherapeutin
   Mitglied des Vorstandes der OEGWG
   
   Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
   Mag.a Barbara Zsivkovits, Presse & PR
   Tel.: 01.512 70 90.23
   mailto:[email protected]

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