- 01.12.2011, 15:44:05
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100 Jahre Friedensnobelpreis an Alfred Hermann Fried Podiumsdiskussion im Hohen Haus
Wien (PK) - Anlässlich des 100. Jahrestages der
Friedensnobelpreisverleihung an den österreichischen Publizisten und
Verleger Alfred Hermann Fried findet heute Abend im Parlament eine
Podiumsdiskussion statt. Dabei soll nicht nur diesem Vorkämpfer der
europäischen Friedensbewegung gedacht, sondern auch den Fragen
nachgegangen werden, warum Menschen, die sich für Frieden einsetzen,
so oft vergessen werden und wie der Begriff des "Gutmenschen" zu
einem Schmähwort werden konnte. Vor Eingang in die Diskussion, an der
Peter van den Dungen (Universität Bradford), der Autor Walter
Göhring, Petra Schönemann-Behrens (Oldenburg) sowie die
Schriftstellerin Susanne Jalka, die vor kurzem das Buch "Frieden
entdecken in Wien" herausgegeben hat, teilnehmen, begrüßt
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer die Gäste. Zudem hat man im
Rahmen der Veranstaltung die Möglichkeit, den Film "Österreichs
vergessener Visionär - Der Friedensnobelpreisträger Alfred H. Fried"
zu sehen. Moderiert wird die Veranstaltung von Pete Hämmerle
(Internationaler Versöhnungsbund).
Österreichs vergessener Visionär - Alfred Hermann Fried
Der in Wien geborene Alfred Hermann Fried (1864-1921) ist im Jahre
1891 durch Bertha von Suttner, mit der er bis zu ihrem Ableben im
Juni 1914 intensiv zusammengearbeitet hat, auf die organisierte
Friedensbewegung aufmerksam geworden. Ab Mitte der 1890er Jahre
konzentrierte er sich ausschließlich auf seine Arbeit als
pazifistischer Schriftsteller und Journalist. 1899 gibt er etwa die
Zeitschrift "Friedens-Warte" heraus, die bis heute erscheint. Fried
war ab 1895 auch regelmäßiger Teilnehmer von Weltfriedenskongressen,
arbeitete als Berichterstatter bei den Haager Konferenzen 1899 und
1907 und war ab 1907 Ratsmitglied des Internationalen Friedensbüros
in Bern. Seine Reputation als hervorragender Theoretiker des
Pazifismus festigte sich im Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg, indem
er in mehreren Publikationen - insbesondere in der Monographie "Die
Grundlagen des revolutionären Pacifismus" (1908) - ein pazifistisches
Konzept formulierte, das der Friedensbewegung eine theoretische
Grundlage verlieh und das Interesse von Personen weckte, die sich bis
zu diesem Zeitpunkt kaum mit dem Pazifismus auseinandergesetzt
hatten. 1911 wurde ihm als zweiten Österreicher in der Geschichte
(1905 Bertha von Suttner) der Friedensnobelpreis verliehen.
HINWEIS: Fotos von diesem Besuch/dieser Veranstaltung finden Sie -
etwas zeitverzögert - auf der Website des Parlaments
(www.parlament.gv.at) im Fotoalbum. (Schluss)
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