- 01.12.2011, 09:15:09
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GLOBAL 2000 und Ökostrom fordern: Was für Windräder gilt, müsste längst für Atomkraftwerke gelten
Wettbewerbsverzerrung: Bei Neubau von Windrädern muss Rückbau finanziell abgesichert werden - bei Neubau von Atomkraftwerken nicht. Umweltschützer fordern Angleichung der Gesetzgebung
Wien (OTS) - Bei Windkraftprojekten muss bereits in der
Planungsphase der Rückbau - sprich die Wiederherstellung der "grünen
Wiese" - berücksichtigt werden, sowohl was die konkrete Umsetzung als
auch die Kosten betrifft. So müssen bei den Gemeinden auch
Sicherheiten z. B. in Form von Bankgarantien hinterlegt werden. Dies
wird jedoch weder bei Industrieanlagen noch bei der Errichtung von
fossilen Kraftwerken oder gar von Atomkraftwerken gefordert. Reinhard
Uhrig, Atomexperte bei GLOBAL 2000, betont: "Dies trägt einmal mehr
zur Ungleichbehandlung der Erneuerbaren bei. Eine Kostenaufstellung
und Konzepte für den Rückbau von Anlagen und für die Dekontaminierung
muss per Gesetz für ausnahmslos alle Energieprojekte eingeführt
werden, die Rückstellungen für den immens teuren Abriss von
Atomkraftwerken müssen in einem Fonds gesichert werden, mit dem die
Betreiber nicht mehr wie jetzt an den Finanzmärkten zocken können.
Nur so ist es möglich, neben der Kostenwahrheit auch das tatsächliche
Gefahrenpotential und das Risiko, das kommende Generationen im
Zusammenhang mit Nuklearenergie tragen müssen, auch wirklich sichtbar
zu machen."
Ökostrom ist schon lange nicht mehr teurer als konventioneller Strom.
Reinhard Uhrig erklärt, wieso dieses Vorurteil sich jedoch immer noch
in den Köpfen der Menschen hält: "Es fehlt an Kostentransparenz bei
Nuklearenergie, die massiv durch die SteuerzahlerInnen bezuschusst
wird. Außerdem werden erneuerbare Energieformen wie oben beschrieben
per Gesetz diskriminiert. Derartige Wettbewerbsverzerrungen müssen
abgeschafft werden - denn je mehr KonsumentInnen sich dann für Strom
aus erneuerbaren Energiequellen entscheiden, desto mehr saubere
Kraftwerke können finanziert, geplant und gebaut werden und desto
günstiger und wirtschaftlicher kann Ökostrom produziert werden."
Atomstrom ist nur durch Wettbewerbsverzerrung marktfähig
Eine im Oktober 2011 von Univ. Prof. Friedrich Schneider von der
Linzer Kepler Universität veröffentlichte Studie untermauert einmal
mehr, dass Atomstrom nur durch die gravierende Unterversicherung von
Atomkraftwerken marktfähig ist. Die enormen Schäden, die ein
Atomunfall verursacht - im Fall von Fukushima werden sie derzeit auf
300 Mrd. Euro geschätzt, werden weitgehend von der Allgemeinheit
getragen, die Gewinne aus der Atomkraft lukrieren die Betreiber. Wäre
die Versicherungsprämie allerdings dem Risiko angepasst, würde kein
Atomkraftwerk mehr betrieben werden, denn der Preis von Atomstrom
würde sich vervielfachen. Die Studie errechnet einen Strompreis von 2
Euro/kWh für Atomstrom, würden AKWs so versichert sein müssen, dass
materielle Schäden einigermaßen abgedeckt wären. "Die derzeitige
Gesamt-Haftungssumme von Euro 2,3 Mrd. für ALLE deutschen AKWs zeigt,
dass auch hier wieder Atomkraft finanziell bevorzugt wird", so Uhrig.
Wettbewerbsnachteil österreichischer Energieversorger durch
subventionierten Atomstrom
Die österreichische Volkswirtschaft, vor allem auch die
österreichische Energiewirtschaft, ist von der Preisstützung von
Atomstrom durch die bestehende Unterversicherung und die
unzureichenden Rücklagen für die Dekommissionierung betroffen. Der
Preis von elektrischer Energie aus Atomkraftwerken wird generell mit
etwa 2 Cent/kWh abgegeben. Dies bedeutet einen bedeutenden
Preisvorteil gegenüber Strom aus erneuerbaren Energiequellen.
Reinhard Uhrig betont: "Es ist abzulehnen, dass Atomstrom durch die
mangelnde Versicherung billig angeboten wird, dadurch Gewinne in
Milliardenhöhe für wenige lukriert werden, die wahren Folgekosten des
Rückbaus, der Haftung und nicht zuletzt der ungelösten Endlagerung
des Atommülls auf die Allgemeinheit abgewälzt wird -- und dadurch
sauberer Strom europaweit klein gehalten wird."
GLOBAL 2000 empfiehlt daher allen KonsumentInnen, jetzt ein Zeichen
gegen subventionierten Strom mit unabschätzbaren Folgekosten und für
eine saubere Energiezukunft zu setzen und zu einem der beiden
Ökostromanbieter in Österreich, die Alpen Adria Energie
www.aae-energy.com und die Oekostrom AG (www.oekostrom.at) zu
wechseln -- das ist nicht schwieriger als seinen Handyvertrag zu
wechseln.
Weitere Infos unter
www.global2000.at/site/de/wissen/energie/stromkennzeichnung/article-s
tromfilz.htm
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at
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