- 29.11.2011, 08:33:20
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JETZT: TierschützerInnen blockieren Landwirtschaftskammer Niederösterreich
"Keine Einigung zu Schweine-Kastenständen ohne Tierschutz" wird mit Blick auf die Ministergespräche gefordert, "Demokratie statt Alleingang der ÖVP!"
Wien (OTS) - Seit September 2010 liegt die Missstandsfeststellung
der Volksanwaltschaft zur Haltung von Mutterschweinen in körpergroßen
Käfigen, den sogenannten Kastenständen, auf dem Tisch. Bis heute hat
Landwirtschaftsminister Berlakovich unter dem Einfluss der
Tierindustrie dazu nichts gesagt und den Vorschlag von
Tierschutzminister Stöger zur Einschränkung der Kastenstandhaltung
verworfen. Letzte Woche erklärte Berlakovich dann zusammen mit
Wlodkowski von der Landwirtschaftskammer und Auer vom ÖVP-Bauernbund,
also das Triumvirat der ÖVP in der Landwirtschaft, man sei von
Landwirtschaftsseite zwar nicht bereit, eine Einschränkung der
Haltung von Mutterschweinen im Kastenstand während des Säugens zu
diskutieren, man habe Tierschutzminister Stöger aber bald soweit,
seine Verordnungsänderung zurück zu ziehen.
Deshalb blockieren heute früh seit 8 Uhr TierschützerInnen den
Eingang in die niederösterreichische Landwirtschaftskammer in St.
Pölten und besetzen gleichzeitig 2 Vordächer. Ein Tripod wurde im
Eingangsbereich aufgestellt, an dem in 6 m Höhe ein Aktivist hängt.
Die TierschützerInnen wollen damit auf den undemokratischen Einfluss
aufmerksam machen, der von ÖVP und Landwirtschaftskammer in der
Kastenstandfrage ausgeht.
VGT-Obmann DDr. Martin Balluch ist vor Ort: "In der
Kastenstandfrage stehen die Interessen der Schweineindustrie gegen
die Interessen der Schweine und jener großen 80%-Mehrheit von
Menschen in Österreich, denen Tierschutz ein Anliegen ist. In einer
Demokratie sollten die beiden Seiten unter Mitwirkung der Minister
für Landwirtschaft und Tierschutz einen Kompromiss finden. Nach dem
elitären Verständnis der ÖVP läuft es aber nicht so, der Tierschutz
soll aus den Verhandlungen ausgeschlossen werden. Die Meinung der
Tierindustrie allein sei nach Ansicht der ÖVP in dieser Sache
relevant. Demokratie läuft anders, Herr
Landwirtschaftskammerpräsident Wlodkowski. Proporz und Mauschelei
werden heute nicht mehr akzeptiert. Die 80%-Mehrheitsmeinung für ein
Kastenstandverbot muss für jeden Kompromiss tonangebend sein, diese
Interessen müssen auch in den Verhandlungen vertreten werden."
Der VGT fordert: Einen Kompromiss nur unter Berücksichtigung der
Tierschutzinteressen und unter Einbeziehung von
TierschutzvertreterInnen!
Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, Tel.: 01/9291498
Verein Gegen Tierfabriken, Email: [email protected]
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