- 24.11.2011, 16:14:06
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Königsberger-Ludwig zu "16 Tage gegen Gewalt": Ganz wichtig ist, auch Frauen mit Behinderung ihre Selbstbestimmung anzuerkennen
Wien (OTS/SK) - Die SPÖ-Sprecherin für Menschen mit Behinderung,
Ulrike Königsberger-Ludwig, will anlässlich der beginnenden "16 Tage
gegen Gewalt" auf Gewalt gegen Frauen mit Behinderung aufmerksam
machen. "Ganz wichtig ist, auch Frauen mit Behinderung ihre
Selbstbestimmung anzuerkennen und ihnen zuzutrauen, dass sie wissen,
was sie wollen und was sie eben nicht wollen." Königsberger-Ludwig
betonte am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst, dass eine
Sensibilisierung der Gesellschaft für diese Thematik nötig sei.
Konkret soll das Wissen über Gewaltprävention in diversen
Institutionen ausgebaut und betroffene behinderte Frauen gestärkt
werden. Eine Studie könnte Aufschluss über Gewalterfahrungen von
Mädchen und Frauen geben, um gezielter helfen und effektiver
präventiv agieren zu können, so Königsberger-Ludwig. ****
Häufig werde behinderten Frauen und Mädchen jegliche Sexualität
abgesprochen. Auch sei eine selbstbestimmte Sexualität aufgrund der
Rahmenbedingungen oft nicht möglich. "Diese Lebensbedingungen machen
es oft schwierig, sexuelle Gewalt als solche zu erkennen und
zurückzuweisen", sagte Königsberger-Ludwig.
Königsberger-Ludwig erklärte, dass Mitte der 90er Jahre in
österreichischen Einrichtungen der Behindertenhilfe Frauen zwischen
17 und 69 Jahren zum Thema sexuelle Gewalt befragt wurden und 64
Prozent der größtenteils lernbehinderten Frauen über sexuelle Gewalt
berichteten, die sie erlebt haben. "Die strukturelle Verschlossenheit
der Gesellschaft und ihrer Institutionen gegen lernbehinderte
Menschen, sowie der Mangel an psychosexueller Aufklärung und
sexueller Begleitung von Frauen mit Lernbehinderung sind Bedingungen
für die hohe Gewaltrate", sagte die SPÖ-Sprecherin für Menschen mit
Behinderung.
Zur Reduzierung der Gefahr von sexueller Gewalt gegen Frauen und
Mädchen mit Behinderung fordert Königsberger-Ludwig:
Selbstwertfördernde Lebensbedingungen, Möglichkeiten der Mitsprache
und des Eingreifens, Möglichkeiten, Grenzen setzen zu können, das
Wissen um den eigenen Körper, sexuelle Aufklärung und
Sexualitätsbegleitung, Kompetenz des Personals der Behindertenhilfe
zum Thema Gewaltprävention und selbstbestimmtes Leben,
Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Thematik sowie
unmissverständliche Positionierung gegen sexualisierte Gewalt.
(Schluss) up/pep
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Tel.: 01/53427-275
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