- 22.11.2011, 08:18:29
- /
- OTS0011 OTW0011
Jugendliche Sexualstraftäter: Internationale ExpertInnen diskutieren Präventionsansätze und Behandlung bei Fachtagung in Wien
Sexuelle Übergriffe/Straftaten männlicher Jugendlicher - Behandlung und Prävention
Wien (OTS) - Wien - Nach internationalen Schätzungen werden 20-25
Prozent aller Vergewaltigungen und 30-40 Prozent des sexuellen
Missbrauchs durch Kinder bzw. hauptsächlich durch Jugendliche und
Heranwachsende begangen. In Österreich gab es im Vorjahr 607
ermittelte Tatverdächtige, die zwischen 14 und 21 Jahren alt waren.
98 Jugendliche wurden aufgrund von Sexualstraftaten verurteilt.
Um solchen Übergriffen besser vorbeugen zu können, kommen nationale
und internationale ExpertInnen am 28. und 29. November bei der 9.
Fachtagung und dem 2. Kongress "Sexuelle Übergriffe / Straftaten
männlicher Jugendlicher - Behandlung und Prävention" im Wiener
Rathaus und im Europahaus in Wien Hütteldorf zusammen. Organisiert
wird die Veranstaltung vom Wiener Netzwerk gegen sexuelle Gewalt an
Mädchen, Buben und Jugendlichen, dem Verein Limes und der Kinder- und
Jugendanwaltschaft Wien (KJA).
Täterarbeit ist Opferschutz", betont Christine Bodendorfer, die beim
Verein Limes jugendliche Sexualtäter betreut. "Mauern und Gitter
können Täter eine Zeit lang von der Gesellschaft fernhalten. Doch die
Fantasien der Täter werden dadurch nicht aufgelöst - Gefängnisstrafen
sind selten eine Lehre. Sexualstraftäter müssen innerhalb und
außerhalb der Gefängnisse behandelt werden, um Opfer vor wiederholten
Übergriffen zu schützen", stellt Bodendorfer klar.
Weitere Gäste der Tagung sind unter anderem Ruud Bullens von der
Leiden Universität in Amsterdam, der Erklärungsmuster sexueller
Straftaten aufzeigen und sich dem Thema der Internetpornographie
widmen wird. Ursula Enders aus Köln befasst sich mit den Ursachen und
Reaktionen auf sexualisierte Gewalt durch jugendliche Täterinnen
sowie Übergriffe, welche durch Kinder und Jugendliche in
Institutionen geschehen. Täter mit Behinderungen stehen im
Mittelpunkt der Arbeit von Monika Egli-Alge vom Forensischen Institut
Ostschweiz.
Sieben Workshops zu Themen wie "Ist Sex ein Gefühl oder etwas
anderes?", "Rollenbilder und Identitätssuche von männlichen
Jugendlichen" oder "Therapie im Gefängnis" runden die Tagung ab und
laden zu Austausch und Partizipation ein. "Die Anzahl jugendlicher
Sexualstraftäter macht nicht nur die gesellschaftspolitische Brisanz
dieses Themas deutlich, sondern auch die Notwendigkeit zu handeln",
resümiert Psychotherapeut Peter Wanke von der KJA.
- Hintergründe, Daten und Fakten sowie die Möglichkeit für
Exklusivgeschichten und Interviews gibt es bei einer Pressekonferenz
am Montag, 28 November um 12.30 im Wappensaal des Wiener Rathauses
(1010 Wien, Lichtenfelsgasse 2, Feststiege II).
Am Podium:
Christine Bodendorfer (Beratungsstelle für sexuell missbrauchte
Mädchen; Verein Limes)
Ruud Bullens (Universität Leiden, Amsterdam)
Peter Wanke (Obmann des Vereins Limes, Mitarbeiter der KJA,
Psychotherapeut)
MedienvertreterInnen sind herzlich eingeladen!
Rückfragehinweis:
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KJA






